Alter Basler Hafenkran wird am Klybeckquai aufgestellt

Ein ausrangierter Hafenkran aus dem 2010 stillgelegten Rheinhafen St. Johann in Basel wird vis-à-vis wieder aufgebaut. Die Arbeiten haben nun begonnen, nachdem abgewiesene Einsprachen nicht weitergezogen worden waren.

Terrainarbeiten am Rheinufer haben vergangene Woche begonnen, wie ein Novartis-Sprecher am Montag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte. Er bestätigte Angaben der «TagesWoche». Der Konzern schenkt der Stadt den stählernen grossen Kran, der bei der Aufhebung des Hafens St. Johann für den Novartis Campus obsolet geworden war.

Das Ungetüm soll Ende August per Lastwagen ans Rheinufer gekarrt werden. Dort geht es per Lastschiff an den Klybeckquai, wo dann mobile Kräne beim Wiederaufbau helfen. Aufrichte feiern will man am 18. September. Der Umzug über den «Bach» kostet den Kran allerdings den Denkmalstatus.

Der Kran war nach der Hafenschliessung demontiert und im nahen Elsass eingelagert worden. Die baselstädtische Regierung hatte im vergangenen Oktober angekündigt, ihn nach dem Wiederaufbau für die Bevölkerung begehbar zu machen. Ihr Plan war, den Hafenkran als ganzjährig betriebenes Restaurant oder als Bar zu nutzen.

Krankabinen-Beiz

Ob und wie Gastronomie den Kran dereinst beleben wird, ist wegen Widerständen aus der Nachbarschaft jedoch noch offen. Die Eröffnung ist so wohl erst 2018 realistisch.

Auf dem Klybeck-Industrieareal, an dessen Ufer der Kran nun montiert wird, soll gemäss im Mai publizierten Absichten in den nächsten zwanzig Jahren ein neues Stadtquartier mit Gewerbeflächen und Wohnraum für etwa 10’000 neue Einwohner entstehen. Novartis und BASF werden ihre Flächen dort weniger oder gar nicht mehr für Industriezwecke benötigen.

Der Hafen St. Johann, wo der Kran herkommt, war 1906 bis 1911 für die Kohleanlieferung an das dortige Gaswerk gebaut worden. Die Kohlevergasung samt Verwertung anfallender Stoffe ist die Wiege der chemisch-pharmazeutischen Industrie und damit des heutigen Reichtums der Region Basel.