Invasive Pflanzen bringen Schmetterlinge in Bedrängnis

Sind eingeschleppte Pflanzen gut oder schlecht für einheimische Schmetterlinge? Eine Studie der Forschungsanstalt WSL hat diese Frage geklärt: Demnach leidet knapp ein Viertel der häufigsten Schmetterlingsarten unter den invasiven Pflanzen.

Eingeschleppte Pflanzen verdrängen einheimische Arten und bringen das Ökosystem durcheinander. Was sie für Insekten – genauer gesagt Schmetterlinge in der Schweiz – bedeuten, hat eine Studie unter Leitung der Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) untersucht.

Das Fazit: Positiv sind die invasiven Pflanzen für keine einzige Schmetterlingsart. Und je mehr eingeschleppte Pflanzen an einem Ort wachsen, desto geringer ist dort die Vielfalt an einheimischen Schmetterlingen. Zu diesem Schluss kamen die Forschenden um Laure Gallien und Niklaus Zimmermann von der WSL anhand von Daten von 393 Untersuchungsflächen in der Schweiz.

Zum einen prüften die Wissenschaftler mit Kollegen von der Eawag und vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Halle, welchen Einfluss 31 Neophyten von der sogenannten «Schwarzen Liste» auf die Schmetterlingsvielfalt an den untersuchten Standorten haben. Anschliessend untersuchten sie, wie jede einzelne Art auf die Ausbreitung invasiver Pflanzen reagierte.

Ganze Artengruppen betroffen

Knapp ein Viertel der 115 häufigsten Schmetterlingsarten litten demnach unter der Anwesenheit von Neophyten, berichteten die Wissenschaftler kürzlich im Fachblatt «Diversity and Distributions». Grund dafür könnte sein, dass diese Arten im Schnitt auch weniger mobil sind und es somit schwerer haben, Futterpflanzen für ihre Raupen zu erreichen, wenn diese von den Neophyten verdrängt werden.

Ausserdem fiel den Forschenden auf, dass die betroffenen Schmetterlingsarten nahe miteinander verwandt sind. Bestimmte Gruppen könnten demnach überaus empfindlich auf die Ausbreitung von Neophyten reagieren. Das Risiko für den Verlust an Schmetterlingsvielfalt durch Neophyten ist demnach dort besonders gross, wo diese sensiblen Arten vorkommen, nämlich vor allem in den Berggebieten wie dem Jura, der Südschweiz und in den Alpen.