Die Montessori-Querelen gehen in eine neue Runde

Früher eine Vorzeigeinstitution, heute nur noch ein Garant für Negativschlagzeilen: die Montessori Schule March in Siebnen.

Seit Jahren sieht sich Jörg Lutz, Präsident der Montessori Schule March, mit harscher Kritik konfrontiert. Jetzt holte er zum Gegenschlag aus und zog seine Gegner wegen angeblicher Persönlichkeitsverletzungen vor Gericht.

von Raffael Michel

Seit langem produziert die Montessori Schule March Negativschlagzeilen, vor allem wegen finanzieller Probleme und ausserordentlich häufigen personellen Wechseln. Für Stefan Knobel, Wortführer und Präsident des Vereins «Freunde der Montessori -Schule March», ist klar, wer für die Missstände die Verantwortung trägt: Jörg Lutz, der amtierende Schulpräsident. Zum Sprachrohr der Lutz-Kritiker wurde eine Webseite, wo auch aller-lei Dokumente wie Schulakten veröffentlicht wurden. Diese Internet-Offensive liess sich Treuhänder Lutz aber nicht bieten und klagte beim Bezirks-gericht March wegen Persönlichkeitsverletzung.

Haben sich die Kritiker tatsächlich zu weit aus dem Fenster gelehnt? Immer-hin wurde ein Strafverfahren gegen den Treuhänder Lutz von der zuständigen Staatsanwaltschaft eingestellt. «Gegen die Einstellung des Verfahrens gehen wir derzeit juristisch vor», sagte Knobel, selber langjähriger Montessori-Schulpräsident, gestern anlässlich der zivilrechtlichen Verhandlung. Vor Gericht war es ein ungleicher Kampf: Für Lutz in den Ring stieg ein Staranwalt aus Zürich. Knobel verzichtete hingegen darauf, einen Anwalt beizuziehen. Dafür hatte der juristische Laie die Gunst des Publikums hinter sich. «Wir konnten gar nicht anders, als mit den Informationen, die wir hatten, an die Öffentlichkeit zu gehen», erklärte Knobel. Wie das Verfahren ausgehen wird, vermag Knobel nicht abzuschätzen. «Recht zu haben und vor Gericht Recht zu bekommen sind zwei unterschiedliche Dinge, das ist mir völlig klar.»

Ausführlicher Bericht in der Ausgabe vom Dienstag