Berner Staatsanwaltschaft befasst sich mit «Hassprediger»

Der mutmassliche Hassprediger der Bieler Ar’Rahman-Moschee ist ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten. Medien werfen dem 64-jährigen Libyer vor, gegen Andersgläubige gehetzt zu haben.

Die Staatsanwaltschaft Berner Jura-Seeland habe eine Vorprüfung an die Hand genommen, erklärte Christof Scheurer von der Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern am Mittwoch auf Anfrage. Er bestätigte damit einen Bericht im «Blick».

Eine anonyme Anzeige sei eingegangen. Nun werde der Sachverhalt auf die strafrechtliche Relevanz hin geprüft. Sollte sich ein hinreichender Tatverdacht ergeben, könne dies die Eröffnung einer Untersuchung nach sich ziehen.

Die Zeitungen Bund« und »Tages-Anzeiger“ sowie das Schweizer Fernsehen SRF berichteten im August, der Prediger habe in der Bieler Ar’Rahman-Moschee auf Arabisch gegen Andersgläubige gehetzt. Die Medien berufen sich dabei unter anderem auf Tonbandaufnahmen. Demnach soll der Vorbeter zur Vernichtung Andersgläubiger aufgerufen haben.

Der Beschuldigte bestritt danach in einem Interview, Menschen zur Gewalt aufgerufen zu haben. Das Zitat, auf das die beiden Zeitungen „Tages-Anzeiger« und »Der Bund“ bei ihren Vorwurf stützten, sei falsch übersetzt. Er habe nicht andere Menschen angestachelt, sondern Allah, also Gott, aufgerufen, die Feinde der Religionen zu «übernehmen».

Der Mann reiste im Oktober 1998 als Flüchtling in die Schweiz ein. Den Asylstatus erhielt er 2001. Heute hat er den Ausweis C. Das Staatssekretariat für Migration widerrief die Asyl- und Flüchtlingseigenschaft des langjährigen Sozialhilfebezügers, weil der Mann angeblich im Besitze eines libyschen Passes und bereits mehrmals in sein Heimatland zurückgereist ist.