Drei Tote in Deutschland wegen Sturmtief «Sebastian»

Über Teile Deutschland ist am Mittwoch ein Herbststurm hinweggezogen, bei dem mindestens drei Menschen ums Leben kamen. Wie die Feuerwehr mitteilte, wurde in Hamburg am Elbanleger Blankenese ein Rollstuhlfahrer nach Angaben von Zeugen in den Fluss geweht.

Ein Grossaufgebot suchte mit Tauchern, Booten und einem Helikopter nach dem Mann, konnte ihn aber nur noch tot bergen. Bei heftigen Windböen wurde in der Hansestadt zudem ein 38-jähriger Passant von einem herabstürzenden Gerüst erschlagen.

Ein Teil habe sich «vermutlich witterungsbedingt» am siebten Obergeschoss eines Gebäudes gelöst und sei auf den Fussgänger gestürzt, sagte ein Sprecher der Polizei. Laut Feuerwehr fanden Rettungskräfte den Mann leblos auf dem Trottoir. Sie brachten ihn in ein Spital, wo er nach Polizeiangaben seinen Verletzungen erlag.

Im nordrhein-westfälischen Brilon wurde zudem ein 53-Jähriger von einem umstürzenden Baum erschlagen. Der Mann war nach Polizeiangaben mit Vermessungsarbeiten an einem Waldstück beschäftigt, als eine 20 Meter hohe Fichte auf ihn stürzte.

Orkanartige Böen

Mit heftigen Windböen und Starkregen zog das Sturmtief «Sebastian» über Teile West- und Norddeutschlands hinweg. Nach Angaben des Deutschen Wetterdiensts gab es an der Nordseeküste teils orkanartige Böen mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 130 Stundenkilometern.

Bei der Bahn in Deutschland waren viele Strecken blockiert, auch wegen umgestürzten Bäumen. An der Nordsee fielen etliche Fährverbindungen aus. Der Wind beschädigte auch Autos und Gebäude; Dachziegel flogen umher.

Für die Nordseeküsten gab das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie eine Sturmflutwarnung heraus. In Ostfriesland wurde für den Abend und die Nacht ein Pegel von einem Meter über dem mittleren Hochwasser erwartet, für Nordfriesland bis zu zwei Meter mehr.

Auch im Binnenland brachte «Sebastian» Sturm, Gewitter und Regen. Für Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein warnte der Wetterdienst weiter vor orkanartigen Böen.

Am Abend und in der Nacht soll sich die stürmische Wetterlage nach Angaben der Meteorologen zunehmend in Richtung Osten verlagern. In Berlin rief die Feuerwehr am frühen Abend bereits den Ausnahmezustand aus. Für Hessen und Baden-Württemberg gab der Wetterdienst eine Warnung vor Starkregen heraus.