Gewerkschaft distanziert sich von Kranken

Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) will für die Piloten der insolventen Air Berlin einen Sozialplan erreichen.

Entsprechende Verhandlungen mit dem Management waren am Montag gescheitert, wie VC-Sprecher Markus Wahl am Mittwoch sagte. Unter anderem sei von der Unternehmensleitung deutlich gemacht worden, dass ein derartiger Sozialplan von möglichen Investoren als Hindernis empfunden würde. Zuvor hatten mehrere Medien darüber berichtet.

Mit den folgenden massenhaften Krankmeldungen will die Gewerkschaft aber nichts zu tun haben. Man habe nicht dazu aufgerufen, sondern vielmehr den Kollegen geraten, ihre Arbeitsplätze einzunehmen, sagte Wahl. Am Dienstag und Mittwoch waren zahlreiche Flüge bei der Air Berlin, aber auch bei der Lufthansa-Tochter Eurowings ausgefallen, in deren Auftrag auch 33 Air Berlin-Jets unterwegs sind. Auch Zürich war vereinelt betroffen.

Die Sozialplan-Gespräche sollen in der kommenden Woche fortgeführt werden, kündigte der Sprecher an. Die VC will nach eigenen Angaben verbindliche Kriterien festlegen, in welcher Reihenfolge die Piloten zu neuen Eigentümern wechseln könnten.

Kriterien könnten die Betriebszugehörigkeit und soziale Aspekte sein. «Wir wollen verhindern, dass sich jeder Pilot bei seinem neuen Arbeitgeber einzeln bewerben muss. Wir haben die Sorge, dass dann bestimmte Leute aussortiert werden.»

Ausdrücklich ausgenommen von den Verhandlungen seien die Tarifbestimmungen, nach denen die Piloten künftig arbeiten müssten. «Das wollen wir mit den aufnehmenden Airlines regeln», sagte Wahl. Im Lufthansa-Konzern, der über seine Billigtochter Eurowings zwischen 70 und 90 Maschinen der Air Berlin übernehmen will, habe es auf Arbeitsebene erste Sondierungen gegeben. Wegen der laufenden Gespräche lehnte Eurowings eine Stellungnahme zu Details ab.