Sturm lässt Lastwagen umkippen und Flugzeuge durchstarten

Im Vorfeld einer Kaltfront sind am Donnerstagmorgen stürmische Winde über die Schweiz hinweggefegt und haben Probleme im Strassen-, Flug- und Bahnverkehr verursacht. Auf der A1 kippten Lastwagenanhänger um, in Zürich-Kloten mussten Flugzeuge durchstarten.

Laut Lucas Bürki vom Verkehrsinformationsdienst viasuisse befanden sich die beiden Zugfahrzeuge zwischen Kriegstetten SO und Oensingen SO zwar auf dem Pannenstreifen, die Anhänger lagen aber auf dem Strassenbord. Weil dadurch die Fahrbahn verengt ist, müssen Verkehrsteilnehmer auf dieser Strecke mit einem Zeitverlust von rund 45 Minuten rechnen.

Zudem seien viele Nebenstrassen verstopft, sagte Bürki auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Er empfahl Reisenden die Umleitung in Richtung Luzern/Gotthard ab der Verzweigung Bern-Wankdorf via A6 und A8.

Schiffe legen nicht mehr ab

In der Westschweiz, zwischen Yverdon und Lausanne, ist am Vormittag ebenfalls ein Lastwagenanhänger umgekippt – möglicherweise spielte auch hier der Wind eine Hauptrolle. Verletzt wurde niemand. Die Autobahn war zwischen der Verzweigung Essert-Pittet und Chavornay blockiert. Reisenden von Bern in Richtung Lausanne wurde die Alternativroute über die A12/A9 empfohlen.

Erschwert ist die Durchfahrt weiter auf verschiedenen Kantons- und Hauptstrassen in der Schweiz. Umgestürzte Bäume sorgen etwa im Berner Oberland, rund um den Neuenburgersee oder in der Region Solothurn/Baselland für Behinderungen.

Der Schiffsverkehr auf dem Boden-, Genfer- und Bielersee war wegen des Sturms unterbrochen oder eingeschränkt. An den Landesflughäfen Zürich, Basel und Genf kam es zu Verspätungen.

Durchstartende Flugzeuge

Am Flughafen Zürich herrschten am Vormittag sehr starke Westwinde. Das Pistenkonzept wurde deshalb umgestellt, wie eine Flughafensprecherin sagte. Sie bestätigte eine Meldung des Onlineportals 20min.ch. Mehrere Flugzeuge hätten am Donnerstagmorgen wegen der starken Winde Probleme beim Landen gehabt und brauchten dafür mehr als einen Anlauf.

Eine A380, die aus Singapur kam, flog nach drei erfolglosen Landeversuchen nach Frankfurt weiter, wie die Sprecherin weiter sagte.

Temperatursturz nach Tropennacht

Dass eine Kaltfront im Anzug war, spürte man am frühen Morgen an den warmen Winden, die sie vor sich hertrieb. Ein Meteorologe von MeteoSchweiz sagte der sda, die Winde würden sich bis 13 Uhr beruhigen. Danach würden die Temperaturen sinken.

In der Nacht wurde an einzelnen Orten eine Tropennacht verzeichnet. In Thun beispielsweise blies starker Wind mit Spitzengeschwindigkeiten von 95 Kilometern pro Stunde (km/h). Gleichzeitig war es in der Nacht und am Morgen nochmals 23 Grad Celsius warm. Im windstillen Interlaken jedoch wurden demgegenüber nur gerade 10 Grad Celsius gemessen.

Die Kaltfront kam um 10 Uhr am Jura an – auf breiter Front von Schaffhausen bis zum Chasseral, wie der Meteorologe weiter sagte. Bis 13 Uhr sollte sie sich über die gesamte Alpennordseite ausbreiten. Für das Mittelland wurden nur noch Temperaturen von acht Grad erwartet. MeteoSchweiz stellt Aufhellungen am Nachmittag in Aussicht und damit einhergehend moderat steigende Temperaturen.