Zürcher Regierung beharrt auf Zürichsee-Zuschlag

Gemäss Zürcher Regierung auf Kurs: Für die Rücknahme des 5-Franken-Zuschlags auf den Zürichseeschiffen sieht die Exekutive keinen Grund. Bild ZSG

Der «Schiffsfünfliber» wirft seit seiner Einführung hohe Wellen. Völlig cool bleibt dagegen die Zürcher Regierung. Sie will trotz breiter Proteste am Zuschlag festhalten. Der Passagierrückgang um über 20 Prozent liege im Rahmen der Erwartungen.

Auf den Kursschiffen auf dem Zürichsee müssen Passagiere seit diesem Jahr – zusätzlich zum gültigen Zonen-ticket – einen Zuschlag von fünf Franken bezahlen. Dieser Schiffsfünfliber habe viel Unverständnis und nachhaltige Verärgerung ausgelöst, hielten EVP und SP in einer Anfrage an den Zürcher Regierungsrat fest.

Rückgang sei so erwartet worden

Es liege in der Natur der Sache, dass sich Passagiere über den neuen Zuschlag teilweise kritisch äussern, hält nun die Regierung in der Antwort fest, die vergangene Woche verschickt wurde.

Der Schiffsfünfliber habe aber nicht zu einem Image-Schaden des Zürcher Verkehrsverbundes (ZVV) geführt – dieser habe bei der Image-Umfrage im Juni 2017 die höchste Bewertung seit Einführung dieser Befragung erhalten.

Während in der Parteien-Anfrage von einem «massiven Passagierrückgang» die Rede ist, relativiert dies der Regierungsrat: Im Fünf-Jahres-Mittel seien in den Monaten Januar bis
Juni jeweils 663 473 Passagiere auf den Schiffen gezählt worden. Im ersten Halbjahr 2017 waren es auf den neu zuschlagspflichtigen Kursen der Zürich-see Schifffahrtsgesellschaft (ZSG) noch 507 133.

Das sei gegenüber dem Mittel ein Rückgang um 23,6 Prozent, gegenüber dem Vorjahr um 20 Prozent, hält die Regierung fest. «Beides liegt ihm Rahmen des prognostizierten Nachfragerückgangs von 26 Prozent.»

Zudem würden die Zahlen ohnehin schwanken: «Eine erste vor-läufige Beurteilung der tatsächlichen Nachfrage- und Einnahmenentwicklung wird erst nach Abschluss des ersten vollständigen Jahres möglich sein, für eine aussagekräftige Beurteilung bedarf es eines Zeitraums von rund drei Jahren.» (sda)