Meillard: «Dafür hätte ich vor der Saison sofort unterschrieben»

Die Schweizer Slalom-Fahrer können beim Heimrennen am Chuenisbärgli den Erwartungen nicht ganz gerecht werden. Einzig Loïc Meillard als Achter klassiert sich in den Top 10.

Luca Aerni, in drei der vier Slaloms vor Adelboden in den ersten fünf klassiert, fand zwar an seinem 17. Platz fast nichts Positives. «Ausser vielleicht, dass es doch noch einige wenige Punkte gab», so der zur Halbzeit noch sechstklassierte Berner. Statt seiner eigenen Leistung («Die stimmte nur im ersten Lauf.») sprach Aerni deshalb fast lieber vom Schweizer Slalomteam als Ganzes. Er finde das cool, «dass ein anderer Fahrer einspringen kann, wenn für einmal Daniel (Yule) oder ich nicht vorne dabei sind.» Dank Meillard und auch Ramon Zenhäusern (15. Rang), der hinter Yule (12.) drittbester Schweizer war, bleibe eben die Stimmung innerhalb des Teams gut, befand Kombinations-Weltmeister Aerni, der ab Dienstag die Abfahrts-Trainings in Wengen zu bestreiten gedenkt.

Meillard zum dritten Mal in den Top 10

Loïc Meillard klassierte sich im fünften Slalom des Winters bereits zum vierten Mal in den Top 15. «Dafür hätte ich vor der Saison sofort unterschrieben.» Das 21-jährige, grosse Talent aus dem Wallis, das heuer schon zweimal Sechster war, zeigte nach seinem Ausfall am Samstag im Riesenslalom eine ganz starke Reaktion. «Trotz meines grossen Ärgers, denn ein solcher Innenskifehler unterläuft mir nicht oft, gelang es mir, mich ganz auf den Slalom zu fokussieren.»

14. nach dem ersten Lauf, griff Meillard am Nachmittag voll an, «ohne zu viel nachzudenken. Zwar unterliefen mir wiederum einige Fehler, doch letztlich zahlte sich das Attackieren aus.» So verlässt er Adelboden mit einem positiven Gefühl. «Über die Ziellinie zu fahren und grün zu sehen, das wünscht man sich als Fahrer. Dass mir dies gerade hier in Adelboden vor diesen tollen Fans gelungen ist, das werde ich nie vergessen.»

«Ohne Hintergedanken fahren»

Gross war die Freude auch bei Ramon Zenhäusern, der mit seiner zweiten Top-15-Rangierung die Qualifikationskriterien für die Olympischen Spiele in Südkorea erfüllt hat. Das gibt dem Oberwalliser das nötige Vertrauen, um in den drei kommenden Slaloms in Wengen (am kommenden Sonntag), Kitzbühel (21. Januar) und Schladming (23. Januar) «ohne Hintergedanken fahren und voll attackieren zu können.»

Daniel Yule, der im zweiten Lauf vier Positionen einbüsste, kam am Nachmittag mit der stark beanspruchten Piste nicht wirklich gut zurecht. Er sei nie wirklich ins Fahren gekommen und er habe den Ski nicht wie gewünscht beschleunigen können, so der Unterwalliser. «Das macht vielleicht einen halben Hundertstel pro Tor aus. Aber bei 70 Toren sind das fast vier Zehntel.» Exakt 0,39 Sekunden fehlten Yule am Ende zum sechstklassierten Italiener Stefano Gross und damit zu einem weiteren Topresultat in dieser Saison.