Silber für die Schweiz bei der Mixed-Premiere

Bei der olympischen Premiere des Mixed-Doppels gewinnen die Schweizer Curler Jenny Perret und Martin Rios eine Medaille. Die goldene hätte es werden können, es wurde die silberne.

Die hoch favorisierten Kanadier Kaitlyn Lawes und Jim Morris waren im Final zu stark und siegten 10:3. Nach sechs von acht Ends gaben die Schweizer in hoffnungsloser Lage auf.

Da sie die Round Robin im 1. Rang abgeschlossen hatten, startete das Duo aus Winnipeg (Lawes) und Calgary (Morris) mit dem Vorteil des letzten Steins in die Partie. Sie nutzten die Vorgabe mit einem schön herausgespielten Zweier. Diesen Rückstand machten Perret/Rios zwar umgehend wett, aber bereits im 3. End fiel die Vorentscheidung, als die Kanadier eine Reihe von Schweizer Fehlsteinen konsequent ausnützten und mit einem Viererhaus auf 6:2 davonzogen.

Vor 20 Jahren in Nagano erlebte das moderne Indoor-Curling der Viererteams seine olympische Feuertaufe. Die Formation von Lausanne Olympique um Skip Patrick Hürlimann gewann Gold. Dieser Tage in Japans Nachbarland Südkorea ist das erst vor zehn Jahren vom Curling-Weltverband WCF mit WM-Turnieren lancierte gemischte Doppel die brandneue Disziplin in den olympischen Curling-Wettkämpfen. Und wieder hat sich ein Schweizer mit Edelmetall in den Vordergrund gespielt.

Die 26-jährige Perret und der zehn Jahre ältere Rios, die aktuellen Weltmeister, hatten gegen die übermächtig scheinenden Kanadier in der Vorrunde 2:7 verloren. Damals kam Jenny Perret bei weitem nicht an ihr mögliches Können heran. Die Seeländerin aus Sutz nahm sich nach eigenen Worten vor, sich im Final zu steigern. Dies glückte ihr jedoch nur, so dass die hochdekorierten kanadischen Curler – Morris und Lawes wurden 2010 respektive 2014 jeweils als Nummern 3 in den Teams von Kevin Martin und Jennifer Jones Olympiasieger – abermals früh im Match eine deutliche Differenz herstellen konnten.

Der 2. Platz des Duos Perret/Rios trägt dem Schweizer Curlingsport die sechste Medaille seit der Wiederaufnahme ins Olympia-Programm 1998 ein. Die stolze Sammlung umfasst einmal Gold (Patrick Hürlimann 1998), zweimal Bronze und nunmehr dreimal Silber.