Adidas wächst kräftig und belohnt Aktionäre

Der deutsche Sportartikelkonzern Adidas wächst kräftig und will in den nächsten Jahren noch profitabler werden. Der Betriebsgewinn der weltweiten Nummer zwei hinter Nike schnellte 2017 stärker als erwartet um 31 Prozent auf 2,07 Milliarden Euro nach oben.

Die Steuerreform in den USA und der Verkauf der Golf-Tochter Taylor Made sowie der Eishockey-Sparte CCM Hockey bremsten aber den Anstieg des Reingewinns, der nur um acht Prozent auf 1,10 Milliarden Euro wuchs. Der Verkauf der Golf-Tochter Taylor Made und der Eishockey-Sparte CCM Hockey brachte Adidas dabei 254 Millionen Euro Verlust.

Adidas knackte 2017 erstmals die Umsatzmarke von 20 Milliarden Euro. Das Geschäftsvolumen kletterte um 15 Prozent auf 21,2 Milliarden Euro, währungsbereinigt fielen die Zuwächse mit 16 Prozent aber etwas geringer aus als erwartet.

Sorgenkind Reebok

Am stärksten legte der Konzern in China und Nordamerika zu. Der Online-Umsatz schnellte um 57 Prozent nach oben. Getrieben wird das Wachstum allerdings fast ausschliesslich von der Marke Adidas, die vor allem dank Laufschuhen um 18 Prozent zulegte. Das Sorgenkind Reebok wuchs währungsbereinigt nur um vier Prozent, nachdem zahlreiche eigene Läden in den USA geschlossen wurden.

Für das neue Jahr prognostiziert Adidas – Währungseffekte ausgenommen – ein Umsatzwachstum um rund zehn Prozent. Das liegt am unteren Ende der Spanne, die sich Adidas im Schnitt bis 2020 jährlich vorgenommen hat. Auch 2018 sollen Asien und Nordamerika die Zugpferde bleiben.

Der Gewinn aus dem fortgeführten Geschäft soll stärker als der Umsatz um 13 bis 17 Prozent auf bis zu 1,68 Milliarden Euro wachsen.

Aktionäre profitieren

«Wir erwarten qualitativ hochwertiges Wachstum mit überproportionalen Gewinnsteigerungen», sagte Vorstandschef Kasper Rorsted. Davon sollen auch die Aktionäre profitieren: Die Dividende für das vergangene Jahr soll um 60 Cent auf 2,60 Euro je Aktie steigen.

Zudem plant Adidas, wie bereits am Dienstagabend bekannt gegeben, einen bis zu drei Milliarden Euro schweren Aktienrückkauf, mit dem überschüssiges Geld an die Anteilseigner zurückgegeben werden soll. Den Kauf einer weiteren Sportartikelmarke schloss Rorsted aus.

Adidas hat mit dem ägyptischen Milliardär Nassef Sawiris und dem belgischen Investor Albert Frere (GBL) zwei anspruchsvolle Grossaktionäre, die der Konzern mit Kurssteigerungen und Aktienrückkäufen ruhiggestellt hat.