Die Playoffs und das viel zitierte Momentum

Biel und den ZSC Lions gelingt in den Viertelfinals der National League eine nicht zwingend erwartete Rückkehr in die Serie. Sie ziehen das in den Playoffs viel zitierte Momentum auf ihre Seite.

Das Momentum – ein Begriff, der im Sport oftmals herangezogen wird. Gerade in Playoff-Serien ist die Phrase beliebt. Ein Rückblick auf den zweiten Spieltag der Playoff-Viertelfinals in der höchsten Schweizer Liga zeigt, dass das ominöse Momentum gar innerhalb einer Partie oftmals die Seite wechselt.

Die ZSC Lions zum Beispiel schienen gegen Zug auf dem Weg zu einem souveränen Sieg zu sein. 4:1 führten sie nach 40 Minuten, im Schlussdrittel aber mussten sie den EVZ innerhalb von zwölf Minuten ausgleichen lassen, um am Ende nach einem Treffer von Fredrik Pettersson (59.) doch zu gewinnen und das Momentum in die nächste Partie mitzunehmen.

Nervosität und Weckruf

«Wir standen zu weit zurück im letzten Drittel», analysierte der zuvor zweifache Torschütze Fabrice Herzog. «Plötzlich war die Nervosität wieder da. Das Aufholen der Zuger weckte uns aber gleichzeitig auch wieder», so der Schweizer Internationale im Interview mit dem Schweizer Fernsehen.

Herzog ist überzeugt, dass er und seine Teamkollegen am Donnerstag im dritten Spiel nachlegen können. «Wenn wir so spielen wie in den ersten 40 Minuten, dann schlagen wir sie auch in Zug», sagte der Stürmer.

Etwas anders als Herzog analysierte Zugs Lino Martschini die Partie. «Uns war klar nach zwei Dritteln, dass wir nicht so weiterspielen können. Die Reaktion ist uns gelungen, leider hat es dann trotzdem nicht gereicht zum Sieg», so der Stürmer. In anderen Worten: Das Momentum wechselte erst zu Zug und dann wieder zurück zu den ZSC Lions.

Playoff-Serien sind nicht planbar

Eine gelungene Rückkehr in die Serie feierte auch Biel gegen Davos. In Spiel 1 hatten die Seeländer die Partie nach einer 2:0-Führung noch aus der Hand gegeben. In Spiel 2 wechselte das Momentum nicht mehr auf die Seite der Bündner. Im Gegenteil: Nach dem 3:1-Erfolg liegen die Vorteile für den dritten Vergleich nun wieder auf Seiten Biels.

Philipp Wetzel, der Stürmer des EHC Biel, beschrieb die Gefühlslage wie folgt: «Im ersten Spiel in Biel hatten wir es uns sicher anders ausgemalt, als es dann herausgekommen ist. Aber in einer Playoff-Serie gibt es Sachen, die nicht geplant werden können. Es ist wichtig, dass man als Mannschaft in so einer Situation nicht zusammenbricht. Heute ist uns das gelungen.»

Die letzte Gelegenheit

Das Momentum weder in der Partie noch in der Serie auf ihre Seite ziehen konnten Genève-Servette und Fribourg-Gottéron. Die beiden Westschweizer Klubs verloren gegen Bern, respektive Lugano auch ihre zweiten Partien (jeweils 2:5).

Beide Mannschaften lagen in den Spielen vom Dienstag nie in Führung. Sie sind am Donnerstag gefordert, um nicht vermeintlich hoffnungslos 0:3 in Rückstand zu geraten, haben vermutlich die letzte Gelegenheit um das Momentum auf ihre Seite zu ziehen. Viel spricht nicht für Servette und Gottéron – ähnlich wenig wie für Biel und die ZSC Lions vor der zweiten Runde.