Russische Luftwaffe bombardiert Rebellen in Ost-Ghuta

Das Blutvergiessen im syrischen Krieg geht weiter. Russland versetzte den im umkämpften syrischen Ost-Ghuta verbliebenen Rebellen nach Oppositionsangaben einen schweren Schlag.

Bei Bombardierungen durch Kampfflugzeuge seien am Dienstagabend zwölf Mitglieder der mit Katar verbündeten Rebellengruppe Failak al-Rahman getötet worden. Unter ihnen seien drei Feldkommandanten der Gruppe, berichtete die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Mittwoch.

Die von Russland unterstützten Truppen des syrischen Machthabers Baschar al-Assad stehen offenbar kurz vor der Eroberung der letzten grösseren Rebellenhochburg nahe der Hauptstadt Damaskus. Seit Dienstag werden Verletzte aus dem Gebiet gebracht.

Bei der Offensive der syrischen Regierungstruppen auf Ost-Ghuta wurden nach Uno-Angaben in fast einem Monat mehr als 1100 Zivilisten getötet.

Türkische Angriffe in Nordsyrien

Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan setzt unterdessen auf einen militärischen Sieg über die Kurden in der syrischen Stadt Afrin im Laufe des Tages. «Wir sind ein bisschen näher an Afrin herangekommen», sagte Erdogan am Mittwoch in einer Rede vor Anhängern in Ankara. «Ich hoffe, dass Afrin, so Gott will, bis zum Abend vollständig fällt.»

Die türkische Armee führt seit dem 20. Januar eine Offensive gegen die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) im nordsyrischen Afrin. Am Dienstag hatte die türkische Armee verkündet, sie habe die Stadt mittlerweile eingekreist. Ein YPG-Sprecher hatte diese Darstellung zurückgewiesen. Die jüngste Äusserung Erdogans bezeichnete die kurdische Seite als «Träumerei».

Die Türkei sieht in der YPG wegen ihrer engen Verbindungen zur verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) eine Bedrohung. Für die USA ist die Kurdenmiliz dagegen ein wichtiger Verbündeter im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS).

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte teilte derweil mit, dass bei Luftangriffen der türkischen Armee in der Nähe von Afrin am Mittwoch zehn regierungstreue Kämpfer getötet worden seien. Die Bombardements hätten sich gegen einen Kontrollpunkt auf der einzigen Strasse zwischen Afrin und Gebieten unter der Kontrolle von Syriens Machthaber Baschar al-Assad mit den Ortschaften Nubul und Sahraa gerichtet.