Euphorisierte Lakers gewinnen zum zweiten Mal gegen resigniert wirkendes Kloten

Corsin Casutt (SCRJ) jubelt nach seinem 2:0.

Keine Frage: Der EHC Kloten ist individuell besser besetzt als die SCRJ Lakers. Doch die aktuelle Liga-Qualifikation zwischen den beiden Mannschaft zeigt, wie Sport eben auch funktionieren kann. Wie viel sich im Kopf entscheidet. Die Lakers, die in dieser Saison von Erfolg zu Erfolg eilten, lassen dem arg krisengeschüttelten EHC Kloten auch im zweiten Spiel der Best-of-Seven-Serie keine Chance. Dem 4:1 in Kloten am Donnerstag liess der SCRJ am Samstag ein 4:0 in Rapperswil folgen.

Kloten wird von Rapperswil-Jona gedemütigt. Derzeit ist es kaum vorstellbar, dass die Klotener dazu fähig sind, die Serie zu drehen. Die Spieler wirken auf dem Eis zunehmend resigniert. Nicht nur spielerisch fehlen die Akzente, auch die Körpersprache der Akteure lässt Kloten-Fans nichts Gutes erahnen.

Dazu kommt, dass der dienstälteste Club in der höchsten Schweizer Eishockey-Liga nicht nur einer Mannschaft, sondern einer ganzen Region gegenüber zu stehen scheint. 6000 Fans in der SGKB-Arena sorgten am Samstag für eine eletrisierende Stimmung. Die Spieler lassen sich von den Fans und die Fans von den Spielern mitreissen. Es herrscht eine grosse Euphorie. Kloten scheint derzeit schlicht kein Werkzeug zu besitzen, um diese Welle der Begeisterung zu stoppen.

Die letzte Klotener Hoffnung ist, dass der Sport eben Sport ist. Dieser hat immer wieder Überraschendes hervorgebracht. Um die Wende zu schaffen, stehen die Spieler am Dienstag aber in der Pflicht. Alles andere als ein stark verbesserter Auftritt – und selbstredend ein Sieg – würde wohl nicht nur den grössten Optimisten, sondern auch den Spielern den letzten Glauben nehmen.

Somit ist klar: Am Dienstag werden in Kloten die Weichen gestellt. Entweder macht Kloten mit einem Sieg den ersten Schritt, um einem der traditionsreichsten Sport-Unternehmen der Schweiz zu einem kleinen Sport-Wunder zu verhelfen – oder die Spieler schreiben mit einer Niederlage die Einladung an die Rapperswiler-Aufstiegsparty vom Donnerstag gleich selber. (azü)