Neun Tote und hunderte Verletzte bei Zusammenstössen in Gaza

Stunden vor der Eröffnung der US-Botschaft in Jerusalem ist es am Montag zu heftigen Protesten der Palästinenser gekommen. Mindestens neun Palästinenser wurden laut dem Gesundheitsministerium im Gazastreifen bei Konfrontationen mit israelischen Soldaten getötet.

Über 500 seien verletzt worden, darunter auch ein Journalist, hiess es weiter. An der Grenze zwischen Israel und dem Gazastreifen setzten zahlreiche Palästinenser Reifen in Brand. Dichter schwarzer Rauch stieg in den Himmel. Nach Berichten von Augenzeugen versuchten mehrere Männer, den Grenzzaun zu Israel zu durchschneiden.

Israels Armee hat die Zahl ihrer Soldaten an der Gaza-Grenze verdoppelt. Seit Ende März sind dort bei gewaltsamen Konfrontationen von Palästinensern und israelischen Soldaten 55 Palästinenser getötet und Tausende verletzt worden.

Erwartete Konfrontation

Der Botschaftssitz der Vereinigten Staaten in Jerusalem sollte am Nachmittag im Beisein von rund 800 Gästen aus Israel und den USA eröffnet werden. Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu sprach von einem «bewegenden Tag für das Volk Israel und den Staat Israel».

US-Präsident Donald Trump hatte Jerusalem im Dezember im Alleingang als Hauptstadt Israels anerkannt. Dies löste schwere Unruhen in den Palästinensergebieten aus. Israel feiert den Schritt dagegen als politischen Triumph. Israel beansprucht die ganze Stadt als seine Hauptstadt, die Palästinenser sehen in dem 1967 von Israel eroberten Ostteil die Hauptstadt eines künftigen eigenen Staates.

Angesichts der umstrittenen Eröffnung der US-Botschaft hat Al-Kaida-Chef Aiman al-Sawahiri seine Anhänger zum Widerstand aufgefordert. Es sei nötig, die Feinde vereint mit einem Heiligen Krieg (Dschihad) zu bekämpfen, sagte der Führer des dschihadistischen Terrornetzwerkes in einem Video, das am Sonntagabend auf Propagandakanälen der Extremisten im Internet aufgetaucht war. Al-Sawahiri kritisierte zudem Trump, der «das wahre Gesicht der Kreuzzüge» enthüllt habe.