Der OVS-Start verläuft harzig

Die Talfahrt geht weiter. Nachdem die Schweizer Modekette Charles Vögele AG mit Sitz in Pfäffikon  jahrelang rote Zahlen geschrieben hatte, erfolgte auf Ende 2016 der Verkauf der Aktien an die italie-nische Investorengruppe Sempione Retail. Die neuen Besitzer rüsteten im vergangenen Jahr fast 150 Läden in OVS-Filialen um. Derzeit sind es laut Geschäftsbericht für das Jahr 2017 in der Schweiz noch 140 OVS-Filialen.

Der Start dürfte nicht nach Wunsch geglückt sein. Schon im April war zu vernehmen, dass Vermieter von Ladenflächen angegangen worden seien. Gemäss «Sonntags Zeitung» hätten
Begehren um deutliche Mietzinssenkungen in der Shopping-Center-Branche für Unmut gesorgt. Da die Branche ohnehin zu kämpfen habe, sei aber an einigen Orten ein schlechter Mieter besser als gar keiner, wird erklärt. Es ist die Rede von OVS-Filialen, die weniger als 50 Prozent der Umsätze der früheren Charles Vögele-Läden erwirtschaften würden.

Es ist auch die Rede davon, dass Löhne verspätet ausbezahlt wurden, und dass bereits Filialen von der Konkurrentin Chicorée erworben wurden.

Von 140 auf 40 Filialen?

Laut Kennern der Verhältnisse dürften die aktuellen Besitzer von OVS «nicht um einen grösseren Kahlschlag herumkommen». In der «Sonntags Zeitung» ist die Rede davon, dass noch 40 der aktuell 140 Filialen in der Schweiz  eine Überlebenschance hätten. Ein kompletter Rückzug wäre wohl zu teuer und viele Mietverträge könnten nicht kurzfristig gekündigt werden. 

In Pfäffikon wie geplant

Besuchern des Seedamm-Centers in Pfäffikon dürfte aufgefallen sein, dass OVS nur noch rund zwei Drittel der Fläche der früheren Charles Vögele AG benötigt. Auf der frei gewordenen Fläche haben ein Restaurant mit Seesicht und das Kinderparadies Platz gefunden. «Das war von Anfang an so geplant», kontert Hanspeter Gisler von der Centerleitung. Es habe in Pfäffikon seit dem Wechsel von der Charles Vögele AG zu OVS keine unerwarteten Veränderungen gegeben. Hanspeter Gisler gib zu bedenken, dass die Modebranche generell leide und grosse Konkurrenz durch den Onlinehandel bekommen habe.