OVS: Anspruchsgruppen ringen um die besten Lösungen

Bald schon könnten die ersten OVS-Filialen ihre Türen schliessen müssen. Aktuell läuft der Liquidationsverkauf.

Dass der Modekonzern OVS in der Schweiz keine Zukunft hat, ist schon
etwas länger bekannt. Bereits vor zwei Wochen informierte das italienische Unternehmen, dass es eine Nachlassstundung beantragt hat. Am Dienstag kam aus, dass eine Massenentlassung droht. Tatsächlich dürfte es nun nicht mehr lange dauern, bis es zu ersten Schliessungen von Filialen und entsprechend auch Entlassungen kommt, wie Edwin van der Geest, Mediensprecher der Sempione Fashion AG, zu der OBS gehört, auf Anfrage bestätigt.

Zurzeit ringen die involvierten Parteien noch um die besten Lösungen – und darum, dabei nicht zu kurz zu kommen. In einer eher schwachen Position befinden sich dabei die 1180 Mitarbeitenden des Unternehmens. Unterstützung erhalten sie deshalb von der Gewerkschaft Unia. Man stehe allen Angestellten aktiv zur Seite, erklärt Mediensprecherin Leena Schmitter auf Anfrage. Soeben habe man ausserdem an seine Mitglieder ein Schreiben versandt, das sie über den aktuellen Stand der Dinge aufklären und aufzeigen soll, welche Optionen ihnen zurzeit offen stehen. «Wir planen ausserdem Versammlungen für alle Mitarbeiter an den einzelnen OVS-Standorten», so Schmitter. Es ist davon auszugehen, dass es auch am OVS-Hauptsitz in Pfäffikon dazu kommen wird. Man habe aber auch direkt mit dem italienischen Mutterkonzern Verbindung aufgenommen. «Wir haben ein Schreiben nach Italien geschickt und Unterlagen zur finanziellen Situation des Konzerns angefordert», so Schmitter. «Aufgrund dieser Unterlagen wollen wir dann unsere konkreten Forderungen formulieren.»

Diese dürften sich kaum mit denjenigen der Gläubiger decken, deren Interessen der bei der Nachlassstundung eingesetzte Sachverwalter vertritt. Dieser hat nun auch die Entscheidungs­gewalt darüber, was mit den Mitarbeitern und Filialen passiert. Sein Fokus dürfte dabei wohl darauf liegen, noch möglichst viel für die Gläubiger rauszuschlagen. «Es liegt nun nicht mehr in Händen von OVS, was passiert», so Mediensprecher van der Geest. «Eine Nachlassstundung zu beantragen war aber die einzig richtige Lösung in diesem Fall. Ansonsten hätte direkt der Konkurs gedroht und es würden bereits alle aufs Arbeitsamt laufen.»

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