Tote und dutzende Verletzte bei Luftangriffen im Nordwesten Syriens

Bei Luftangriffen im Nordwesten Syriens sind laut Aktivisten 44 Menschen getötet worden. Unter den Toten seien sechs Kinder und elf Frauen, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Mindestens 60 weitere Menschen seien verletzt worden.

Nach Angaben der in Grossbritannien ansässigen Beobachtungsstelle vom Freitag waren vermutlich russische Flugzeuge für die Bombardierung des Ortes Sardana in der Provinz Idlib am Vorabend verantwortlich. Rettungskräfte der Organisation Weisshelme erklärten, die Angriffe hätten auf einen Markt in der Nähe einer Moschee abgezielt.

Das Verteidigungsministerium in Moskau erklärte dagegen, russische Flugzeuge hätten keine Angriffe geflogen. Die Angaben der Menschenrechtsstelle seien falsch. Russland unterstützt die Truppen des syrischen Machthabers Baschar al-Assad in dem Konflikt militärisch.

Die Provinz Idlib ist eines der letzten Gebiete Syriens, das noch von islamistischen Aufständischen kontrolliert wird. Vor allem islamistische Gruppen sind in der Region besonders stark.

IS-Angriff auf Soldaten

Ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP berichtete nach dem Angriff von mehreren beschädigen Gebäuden und einem grossen Krater zwischen den Gebäuden. In einem nahegelegenen Spital waren Frauen, Kinder, ältere Menschen und freiwillige Helfer unter den Verletzten.

In der südsyrischen Provinz Suweida wurden am Donnerstag nach Angaben der Beobachtungsstelle 22 regierungstreue Kämpfe von der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) getötet. Zu den Toten zählten demnach elf Soldaten, neun Iraner und Kämpfer proiranischer Milizen sowie zwei nicht identifizierte Kämpfer. Auch zwölf IS-Kämpfer seien getötet worden. Es seien die ersten derartigen Angriffe des IS in der Gegend seit mehr als einem Jahr gewesen.

Seit 2011 sind nach Uno-Angaben in dem Bürgerkrieg mehr als 400’000 Menschen getötet worden, Millionen sind im In- und Ausland auf der Flucht. Russland ist neben dem Iran die militärische Schutzmacht des Präsidenten Baschar al-Assad und hat durch das Eingreifen vor zweieinhalb Jahren seinen Sturz verhindert.