US-Aktienabsturz erreicht Europa und die Schweiz

Die europäischen Aktienmärkte können sich dem Negativstrudel aus den USA und Asien nicht entziehen. Nach dem Ausverkauf an den Börsen in Übersee fallen die Kurse in ganz Europa, auch in der Schweiz.

Der Schweizer Leitindex SMI verlor zur Eröffnung 1,5 Prozent. Rund zwanzig Minuten nach Handelsstart lag er rund 1,2 Prozent im Minus bei 8’782,21 Punkten. Das ist der tiefste Stand seit Mitte Juli. Von den 30 wichtigsten Aktien kann sich gerade einmal eine im Plus halten.

In Deutschland verlor der Leitindex Dax zur Eröffnung 1,3 Prozent und fiel auf den tiefsten Stand seit Januar 2017. Der Dax konnte allerdings seine Verluste etwas eingrenzen: Derzeit liegt er noch 0,7 Prozent im Minus bei 11’630,53 Punkten. Der für die Eurozone als Leitindex geltende EuroStoxx 50 sackt derweil um 1,1 Prozent ab. In Paris gibt der CAC40 um rund ein Prozent nach.

Zuvor hatte der New Yorker Aktienmarkt einen seiner schlimmsten Tage im laufenden Jahr erlebt. Bei den Standardwerten und noch mehr im Technologiesektor standen die Zeichen auf Ausverkauf. Der sich fortsetzende Handelsstreit zwischen den USA und China und die Furcht vor weiter steigenden Zinsen am US-Anleihemarkt setzten den Kursen zur Wochenmitte erneut zu und verstärkten damit die seit einigen Tagen zu beobachtende Abwärtsdynamik.

Abgaben von bis zu 5 Prozent

So brach der technologielastige Nasdaq Composite um 4,08 Prozent ein. Auch der Dow erlebte am Mittwoch einen schwarzen Tag mit einem Verlust von 3,15 Prozent. Dies war der grösste Absturz des Dow Jones seit Anfang Februar. Erst vor einer Woche hatte die Wall Street ein Rekordhoch erreicht.

Auch in Asien flohen die Anleger aus den Aktienmärkten. Der japanische Nikkei-Index fiel am Donnerstag um 4,1 Prozent auf 22’552,31 Punkte.

Die chinesische Börse in Shanghai rutschte sogar um bis zu 5,1 Prozent ab und notierte mit 2586,46 Zählern so niedrig wie zuletzt vor vier Jahren. Der südkoreanische Leitindex steuerte mit einem Minus von 4,2 Prozent auf den grössten Tagesverlust seit sieben Jahren zu. «Bislang ist nicht absehbar, wann die Talsohle erreicht wird», sagte Analyst Chien Bor-yi vom Brokerhaus Cathay Futures.

Für Verunsicherung sorgte auch die Abwertung der chinesischen Währung Yuan. Die chinesische Notenbank hat die Landeswährung die psychologisch wichtige Barriere von 6,9 durchbrechen lassen, der Dollar stieg daraufhin bis auf 6,9380 Yuan. Das hat auch andere Schwellenländer-Währungen abwerten lassen und den Zorn der USA auf sich gezogen, die unfaire Handelsvorteile vermuten. Mit der Abwertung der Währung reagiere die Regierung in Peking auch auf die US-Strafzölle, sagte Alan Ruskin, Stratege bei der Deutschen Bank.