Evakuierungen nach Schlammlawine im Wallis wieder aufgehoben

Im Wallis bleibt die Situation nach den heftigen Niederschlägen prekär. Mehrere Dörfer waren wegen der grossen Schneemengen von der Aussenwelt abgeschnitten. Die in Visp wegen einer Schlammlawine evakuierten Bewohner konnten wieder in ihre Häuser zurückkehren.

In der Region Simplon fielen innerhalb von 24 Stunden zwei Meter Schnee. Mehrere Dörfer sind dadurch von der Aussenwelt isoliert worden. Dies gilt neben Zermatt auch für Dörfer im Saastal, für Gondo, Simplon-Dorf, Zinal, Arolla sowie für Weiler des Val d«Anniviers, des Val d»Hérens und des Val d’Entrement.

Die Walliser Behörden gaben Warnhinweise an die Bevölkerung aus. Die Lawinengefahr dürfte im Oberwallis bis voraussichtlich am Mittwoch gross bleiben. Die höchste Gefahrenstufe herrscht nach wie vor in Saas-Fee, dem südlichen Simplongebiet, den unteren Vispertälern und Zermatt, wie der Krisenstab mitteilte.

Die Situation sollte sich im Verlauf des Abends verbessern. Trotzdem könne es zu vereinzelten Erd- und Schneerutschen kommen. Eine solche Situation habe das Wallis seit neun Jahren nicht mehr erlebt, sagte Pascal Stoebner, Chef der Sektion Naturgefahren, auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Wind und Nebel verhinderten zurzeit auch Überflüge der betroffenen Regionen, sodass zurzeit keine präventiven Lawinensprengungen durchgeführt werden könnten.

Neben mehreren Strassen ist weiterhin auch Bahnbetrieb zwischen Visp und Zermatt unterbrochen. Laut der Gemeindepräsidentin von Zermatt, Romy Biner-Hauser, reagiert die Bevölkerung gelassen auf die Situation. Dies, obwohl es am Dienstagmorgen zu einem rund zweistündigen Stromunterbruch gekommen sei.

Wohngebiet evakuiert

Wegen des Föhns gab es unterhalb der Schneefallgrenze von 1200 bis 1600 Meter auch starke Regenfälle in der Nacht auf Dienstag. Zwei Rückhaltebecken im Dorfteil Eyholz von Visp wurden innert kurzer Zeit gefüllt. Dies führte dazu, dass sich eine 20 bis 50 Zentimeter hohe Schlammlawine Richtung Wohngebiet bewegte.

Der Krisenstab entschloss sich darauf, die gefährdeten Häuser zu evakuieren. 20 Personen mussten ihre Wohnungen verlassen. Sie wurden teilweise privat oder in einer Zivilschutzunterkunft untergebracht. Die Kantonsstrasse musste gesperrt werden.

Geologische Experten gaben am Dienstagnachmittag Entwarnung. Es bestehe keine Gefährdung der Wohngebiete in Eyholz mehr. Der Gemeindeführungsstab entschied sich deshalb, die Evakuierungen wieder aufzuheben. Das Gebiet wird aber vorerst noch weiter beobachtet.

Sobald die Räumungsarbeiten beendet sind, soll auch die Kantonsstrasse wieder für den Verkehr freigegeben werden. Die Primarschule Eyholz wird ihren Betrieb am Mittwoch wieder wie gewohnt aufnehmen, nachdem die Kinder am Dienstag schulfrei bekommen hatten.