Holdener: «Der Rücktritt von Hans war eine Schock-Nachricht»

Wendy Holdener spricht im sda-Interview über ihre beste Saison. Die Schwyzerin holt einen ganzen Olympia-Medaillensatz und als Gesamtzweite mit 1168 Punkten so viele wie noch nie zuvor im Weltcup.

Wendy Holdener, das letzte Saisonrennen, der Riesenslalom in Are, konnte wegen des Wetters nicht stattfinden. Für Ihre Saisonbilanz dürfte diese Absage kaum eine Rolle gespielt haben.

«Ich hatte eine Super-Saison und kann mehr als zufrieden sein. Heute wäre ein faires Rennen wohl nicht gewährleistet gewesen. Dadurch, dass es für mich um nicht mehr viel ging, höre ich lieber so auf.»

Hätten Sie im letzten Herbst also für eine solche Saison unterschrieben?

«Sicher. Ich hatte zu Beginn etwas Startschwierigkeiten, weil ich mir das Leben selber recht schwer gemacht habe. Aber beim Rückblick auf die Saison muss ich jetzt zufrieden sein. Ich bin sehr dankbar, dass alles so gut geklappt hat und ich die Saison so fit durchziehen konnte.»

Dieser Weltcup-Winter ist zu Ende. Das heisst aber gleichzeitig auch fast, dass schon der nächste wieder bevorsteht. In welchem Bereich streben Sie nach Verbesserungen im Hinblick auf die Saison 2018/19?

«Ganz detailliert kann ich das noch nicht sagen. Zunächst brauche ich selbst doch etwas Zeit, um die Saison zu verarbeiten und zu erkennen, was ist gut gelaufen und will ich so beibehalten? Und was muss besser werden? Einige Kleinigkeiten weiss ich schon. Nämlich meine seitliche Rumpfstabilität und auch mein Gleichgewicht zu verbessern, so dass ich weniger fehleranfällig bin. In diesem Bereich ist Mikaela Shiffrin extrem gut. Aber es gibt wohl noch 1000 Sachen mehr zu überlegen.»

Da kann ein bisschen Hilfe nicht schaden.

«Gut ist ja, dass ich viele gute Leute um mich habe, die sehen, was noch falsch läuft. Oder was noch verbessert werden kann. Das wird sicher sehr spannend.»

Nach sechs Jahren als Cheftrainer tritt Hans Flatscher aus familiären Gründen zurück. Was denken Sie darüber?

«Es war für mich eine Schock-Nachricht. Ich war sehr traurig darüber, aber ich verstehe natürlich seinen Entscheid. Er hat eine coole Familie und Kinder, die ihn gerne mehr sehen. Hans soll also diese Zeit möglichst geniessen. Einen besseren Cheftrainer als Hans zu finden, das wird schwierig. Er hat seinen Job wirklich super gemacht. Hoffentlich bleibt er in irgendeiner Form bei uns, so dass er uns weiterhin unterstützen kann.»

Was macht Wendy Holdener ab Montag?

«Ich war so frech und habe mir gleich sechs Tage Ferien in Dubai gebucht. Meine Physiotherapeutin kommt mit. Wir fliegen direkt von Schweden aus. Danach bin ich für die Schweizer Meisterschaften, Trainings und Tests und was sonst noch alles im April ansteht, parat und motiviert.»