Schwyzer UMA-Zentrum ist zurzeit kein Thema

Seit Oktober 2018 wohnen unbegleitete minderjährige Asylsuchende (UMA), die dem Kanton Schwyz zugewiesen werden, im Durchgangszentrum Biberhof in Biberbrugg. Es sind aktuell 21 an der Zahl. Im Biberhof sind die Voraussetzungen dafür nahezu ideal. Einzig im Bereich der Kollektivräume und der Schulzimmer besteht noch ein Defizit gegenüber dem «Haus der Jugend» in Immensee, in dem die 12- bis 18-Jährigen davor betreut worden waren. Gemäss Schwyzer Regierung ist das zuständige Amt für Migration jedoch daran, eine zweckmässige Lösung zu suchen.

Know-how-Transfer gewährleistet

In der Zusammenlegung der zwei Betriebe «Haus der Jugend» und Biberhof sieht die Schwyzer Regierung zahlreiche Vorteile, wie sie in der Beantwortung einer Interpellation festhält. Einerseits entfallen die Mietkosten für das Gebäude in Immensee. Andererseits braucht es für die Bereiche Leitung, Administration, Betreuung und Nachtwache weniger Personal, sodass Kosten gespart werden können. Die Regierung beteuert, dass die Qualität der Betreuung der UMA weiterhin gewährleistet ist: Die Caritas-Mitarbeitenden konnten von Immensee nach Biberbrugg wechseln und bringen dort ihr gesammeltes Know-how ein.

Zwei Jahre lang mietete der Kanton Schwyz Räumlichkeiten des Vereins Missionshaus Bethlehem in Immensee und führte dort ein Zentrum ausschliesslich für UMA. Im Sommer des letzten Jahres endete das Mietverhältnis. Gleichzeitig sprach sich die Schwyzer Stimmbevölkerung aber für den Kauf des Biberhofs in Biberbrugg aus. Diese Konstellation öffnete die Tür für eine nahtlose Anschlusslösung: Seit Oktober 2018 sind die UMA im Biberhof untergebracht. Dessen Erdgeschoss wird zu diesem Zweck derzeit für 480  000  Fr. umgebaut. Es werden 20 zusätzliche Schlafplätze geschaffen (wir berichteten). 

Rückläufige Zahlen

Laut Regierung kann der Kanton dank der neuen Lösung flexibler auf Schwankungen im Asylbereich reagieren. Sollte sich die Zahl der zu betreuenden UMA künftig weiter verringern, können in den Räumlichkeiten im Biberhof auch erwachsene Asylsuchende untergebracht werden. Die UMA-Zahlen sind schon seit einiger Zeit rückläufig. Ein reines UMA-Zentrum im Kanton Schwyz ist derzeit kein Thema. Damit sich ein solches wirtschaftlich führen lässt, ist eine Belegungszahl von 30  Personen notwendig.