Heimatliche Kurse in Italienisch, Tamilisch und Portugiesisch sind gefragt

Im Kanton Schwyz werden diverse Kurse in heimatlicher Sprache und Kultur (HSK) angeboten, die Kindern offenstehen, welche in ihrer Familie diese Herkunftssprache sprechen oder mindestens das Staatsbürgerrecht des Herkunftslandes besitzen. Finanziert wird der Unterricht jedoch nicht vom Kanton, sondern durch staatliche oder private Trägerschaften der Migrationsgemeinschaften. Das können beispielsweise Botschaften und Konsulate, Vereine oder Privatpersonen sein. 

Drei Sprachen schwingen obenauf

Die Koordinaten für das laufende Schuljahr sind auf der Homepage des Amtes für Volksschulen und Sport (AVS) zu finden. «Die Schulbehörden stellen für HSK-Kurse nach Möglichkeit geeignete Schulräume unentgeltlich zur Verfügung», so Simone Imhof vom AVS. Dazu gehören technische Unterrichtsmittel – beispielsweise ein Kopierapparat oder Hellraumprojektor – sowie Unterrichtsmaterial (Kreide, Hefte, Papier o. ä.), das gratis zur Verfügung gestellt wird. «Die Anschaffung von Lehrmitteln ist jedoch Sache der Kursträger», so Imhof weiter.

Beim AVS sind HSK-Kurse in vielen Sprachen zu finden. Beispielsweise Albanisch, Bosnisch, Brasilianisch, Mazedonisch, Polnisch, Schwedisch, Serbisch oder Spanisch. Die Spitzenreiter in diesem Kanton sind seit Jahren Italienisch vor Tamilisch und Portugiesisch. Im laufenden Schuljahr besuchen über 120 Kinder an verschiedenen Orten im Kanton die Kurse in Portugiesisch, gefolgt von über 80 in Tamilisch und über 70 in Portugiesisch. Auch HSK-Kurse in Kroatisch, Spanisch, Türkisch, Russisch, Ukrainisch und Mazedonisch sind in diesem Jahr zustande gekommen.

Verein für Russischkurse

Die HSK-Russischkurse werden vom Wollerauer Verein «Suworow» durchgeführt, der 2011 von Lehrern und Eltern russischsprachiger Kinder gegründet wurde. 

Maria Boulter, Russisch-Lehrerin und Schuldirektorin Suworow, sagt: «Im Moment besuchen bei uns 36 Kinder den HSK-Unterricht.» Sie ist zufrieden mit der Anzahl Schüler, auch wenn es noch mehr sein könnten, es gebe viele Russischsprechende. «Wir haben rund um den Zürichsee Konkurrenz.»

Damit eine Klasse zustande kommt, braucht es mindestens fünf Schüler. Alle Kurse finden in Wollerau statt. Die Klassen in Küssnacht mussten mangels Teilnehmern geschlossen werden. Bei Interesse könnte der Unterricht im inneren Kantonsteil aber wieder aufgenommen werden. 

Bei «Suworow» können Kinder ab fünf Jahren bis Ende Sekundarschule den HSK-Russischunterricht besuchen. «Wir sind ein Verein, die Eltern müssen für den Unterricht bezahlen», so die Schulleiterin weiter. Das Programm mit zwei Lektionen pro Woche kostet 400 Franken pro Quartal. Die Lehrbücher werden in Russland eingekauft. Das nicht-kommerzielle Angebot des Vereins erhält zudem Unter-
stützung von der russischen Botschaft.

Ein Schuljahr dauert 37 Wochen, die meisten Unterrichtseinheiten finden am Mittwochnachmittag statt. Die Schule ist auch am Samstag geöffnet, das Interesse der Schüler sei dann aber nicht gleich gross, da dann viele andere Vereinsaktivitäten stattfinden.

Wert auf Kultur legen

Nicht alle Kinder mit russischem Hintergrund beherrschen die Sprache zum Start des HSK-Besuchs gleich gut. «Deshalb haben wir drei verschiedene Programme.» Der Level der Kinder -hänge davon ab, wie oft sie zu Hause Russisch sprechen. Manche Kinder müsse man schon motivieren, mit anderen Schülern zu sprechen. Es gebe manchmal sogar Kinder, die fast kein Russisch können. Für diese wird ein spezielles Programm, Russisch als Fremdsprache, angeboten. Überdies bietet der Verein auch Kurse für Erwachsene an. 

Der Unterricht bei «Suworow» ist vielfältig: Die Kinder Malen, hören Märchen und feiern auch verschiedene Festtage. Hinzu kommt ein jährliches Schlusstheater. 

Die Nachfrage schwankt

Nicht alle Kurse, die angeboten werden, werden in diesem Schuljahr durchgeführt. In Ausserschwyz würden beispielsweise auch Kurse in Albanisch oder Tigirinja angeboten. Auf Anfrage bei den Kursverantwortlichen heisst es, dass es aktuell keine Nachfrage gebe. 

Die HSK-Albanischkurse fanden früher an Mittwochnachmittagen im Stockbergschulhaus in Siebnen mit 13 bis 16 Schülern statt. Im Moment gebe es aber keine Nachfrage, weshalb die Kurse jetzt auch nicht stattfänden.

www.suworow-verein.com