EU-Kommissar: Urheberrecht stärkt normale Internet-Nutzer

Das neue Urheberrecht stärkt aus Sicht der EU-Kommission die Rechte normaler Internet-Nutzer. «Sie können ohne Furcht vor Strafe hochladen», sagte Andrus Ansip, Vizepräsident der EU-Kommission, am Donnerstag in Brüssel.

Denn nicht die Nutzer, sondern die Plattformen müssten auf die Einhaltung von Urheberrechten achten. Plattformen wie YouTube müssen künftig alles ihnen Mögliche tun, um Urheberrechtsverletzungen zu verhindern.

Kritiker hatten dagegen gewarnt, das neue Regelwerk könne das Ende des Internet bedeuten, wie wir es kennen. Sie befürchten, dass Plattformbetreiber gezwungen werden, Inhalte automatisch zu filtern und dabei auch legale Inhalte blockiert würden.

Google soll für News zahlen

Gemäss Ansip erhalten Verleger, Autoren und Musiker mit dem neuen Urheberrecht ausserdem eine bessere Verhandlungsposition gegenüber Plattformen und Suchmaschinen, um für ihre Werke besser entlohnt zu werden, sagte Ansip weiter.

Denn künftig sollen Suchmaschinen wie Google für das Anzeigen von Artikel-Ausschnitten etwa auf den Google-News-Seiten Geld an die Verlage zahlen müssen.

«Es geht um faire Bezahlung.» Qualitätsmedien würden damit gestärkt. Die Neuregelung werde zwar nicht alle Probleme herkömmlicher Verleger lösen. «Aber es ist ein Schritt in die richtige Richtung.», fügte er an.

Urheberrecht modernisiert

Insgesamt sei das Urheberrecht nun fit für das Internet-Zeitalter. «Die Verhandlungen waren schwierig, aber was am Ende zählt ist, dass wir ein faires und ausgewogenes Ergebnis haben, das für ein digitales Europa passt», meinte Ansip.

Unterhändler der EU-Staaten und des EU-Parlaments hatten sich am Mittwochabend auf die Reform geeinigt. Bevor das neue Urheberrecht aber definitiv in Kraft treten kann, müssen die EU-Staaten und das EU-Parlament dem Kompromiss zustimmen.