Richter am Walliser Kantonsgericht überlastet

Die Angestellten der Wallis Justiz gehen auf dem Zahnfleisch. Seit mehreren Jahren wächst die Arbeitsbelastung am Kantonsgericht stetig, ohne dass die Zahl der Mitarbeitenden im Gleichschritt steigt. Deshalb kommt es zu vielen Verzögerungen.

Viele dringende Fälle können vom Kantonsgericht nicht innert Jahresfrist behandelt werden. Im vergangenen Jahr waren nur 75 Prozent der Verfahren in weniger als einem Jahr abgeschlossen, gegenüber 79 Prozent im Jahr 2017. Diese Situation sei besorgniserregend, sagte Kantonsgerichtspräsident Lionel Seeberger am Mittwoch vor den Medien in Sitten.

Die Zahlen für 2018 zeigen einen Anstieg der Zahl der vom Kantonsgericht abgeschlossenen Fälle um rund 4,5 Prozent. Dies konnte den Anstieg der Zahl der hängigen Fälle (+7,5 Prozent) und der Falleingänge (+0,8 Prozent) nicht ausgleichen.

Das Kantonsgericht beantragt deshalb drei zusätzliche Stellen sowie einen Betrag von einer Million Franken zum Abbau der Pendenzen durch den Einsatz von Hilfskräften.