«Wir haben zu viele Spitäler»

Referierten im Restaurant Post in Biberbrugg: (v. l.) Otto Kümin, Moderator, Andreas Gattiker, CEO Kantonsspital Obwalden, Karin Schwiter, Nationalratskandidatin SP, Alois Gmür, Nationalratskandidat CVP. Bild Johanna Mächler

Allmählich scheint die Erkenntnis zu reifen, dass es in der Schweiz zu viele Spitäler gibt. Doch Spitäler sind nur einer der vielen Kostentreiber im Schweizerischen Gesundheitswesen. Drei Referenten präsentierten am Anlass des vpod-sz «Krankenkassenprämien – wer soll das bezahlen?» ihre parteipolitischen Vorschläge. Eingeladen hatte der Verband des Personals öffentlicher Dienste (vpod-sz) und gekommen war eine kleine Zuhörerschaft.

Für 56 Prozent der Schwyzerinnen und Schwyzer sei die KK-Prämie die grösste Sorge, zitierte alt Kantonsratspräsidentin Karin Schwiter eine Umfrage. «Die SP will mit ihrer Volksinitiative erreichen, dass Krankenkassenprämien noch maximal 10 Prozent des Einkommens betragen dürfen», erklärte sie. Zurzeit betrage diese Belastung durchschnittlich 14 Prozent. Für die auszugleichenden Kosten sollen «Bund zu 2/3 und der Kanton zu 1/3 aufkommen».

Nationalrat Alois Gmür erörterte die Initiative der CVP «Kostenbremse im Gesundheitswesen – jetzt». «Die Kosten haben sich seit 1996 mehr als verdoppelt», listet er auf. «Wir gehören weltweit zu jenen Ländern mit den höchsten Gesundheitsausgaben, doch eine transparente Qualität wurde nicht erreicht.» Es gebe zu viele Systemfehler und bisher habe «das Parlament nichts fertig gebracht», sagte er selbstkritisch. Die Kostenbremse will «dass sich mit wirksamen Anreizen die Kosten entsprechend der schweizerischen Gesamtwirtschaft und den durchschnittlichen Löhnen entwickeln». 

Dr. Andreas Gattiker, CEO Kantonsspital Obwalden, vertrat die Stossrichtung der FDP, die vorerst in einem internen Positionspapier vorliegt. Die FDP will unter anderem «die Qualität erhöhen, indem Indikatoren erhöht werden» und den «Kostenanstieg dämpfen». «Pro Kopf und Monat lagen die Gesundheitskosten im Jahr 2016 bei 803 Franken.» Er kritisierte, wie
zuvor Karin Schwiter, die Rolle der Kantone, die mittels Anpassungen von Massnahmen bei den Prämienverbilligungen gespart haben. Auch sagte er, dass es zu viele Spitäler in der Schweiz gibt. (am)

Die ausführliche Berichterstattung in der Ausgabe vom Donnerstag.