Spielerisch erfahren, wie sich ein Vollrausch auswirkt

Denise Zai, Jana Wittek, Ernst Züger und Kurt Zibung (v. l.) hatten sichtlich Spass am ernsthaften Spiel.Bild Andreas Knobel

Der Ort passte. In den Zentralen Sammelstellen, wo man die leer getrunkenen Flaschen entsorgt, wurde eine Aufklärungsaktion über Alkohol zum Thema «Wie viel ist zu viel?» eingerichtet. «gesundheit schwyz», die Fachstelle für Gesundheitsförderung und Prävention als Abteilung von Triaplus, nutzte die Dialogwoche Alkohol, um auf die offensichtlichen und versteckten Gefahren aufmerksam zu machen. Neben Einsiedeln, Seewen und Küssnacht machte auch die Zentrale Sammelstelle der March (ZAM) in Lachen mit. Zu Hilfe kam den Organisatorinnen Denise Zai (Programmleiterin Abhängigkeit / Sucht) und Jana Wittek (Programm-leiterin psychische Gesundheit) kein Geringerer als Ernst Züger, der kürzlich pensionierte Leiter der ZAM. Da er so ziemlich alle Leute kennt, war er für die «Rekrutierung» von Passanten Gold wert.

Einen Vollrausch simuliert

Mitgebracht haben die Fachfrauen nämlich neben vielen Infobroschüren ein Geschicklichkeitsspiel. Drei Ringe mussten über Flaschen geworfen werden, die Punkte wurden zusammengezählt. Dieses «Chilbispiel» war so noch ein Kinderspiel – bis die «Rauschbrille» aufgesetzt wurde. Sie simuliert einen Alkoholrausch mit 1,3 Promille, was einem Vollrausch entspricht. Kein Wunder, warfen die meisten Mitspielenden die Ringe viel zu weit. Denn die Selbstüberschätzung ist eine der Gefahren, die übermässiger Alkohol heraufbeschwört. Mit der Nachtbrille, die einem Rausch bis zu 1,5 Promille entspricht, wurde es noch schwieriger.

Spass mit ernstem Hintergrund

Klar war alles spielerisch aufgezogen, es wurde viel gelacht. So beim aller-ersten Kunden, der animiert werden konnte: alt Regierungsrat Kurt Zibung. Dass er mit Rauschbrille besser traf als ohne, war jedoch bloss Zufall. Denn der Hintergrund der Aktion war ernst gemeint, wie Denise Zai und Jana -Wittek deutlich machten. Allgemein werde zu viel Alkohol getrunken. Es gelte, den eigenen Konsum zu reflektieren. Ihre Aktion sollte jedoch nicht -belehrend, sondern empfehlend sein. Dieses Ziel wurde erreicht, die Passanten wunderten sich, wie schwierig es war, die Bewegungsabläufe unter starkem Alkoholeinfluss zu kontrollieren. Autofahren etwa, wäre so undenkbar!

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