Gestaltung mit Kandelabern steht im Widerspruch zur Norm

Eigentlich hätte man die Dorfstrasse in Feusisberg gar nicht so bauen dürfen, wie sie sich heute präsentiert. Die Gestaltung mit Rinne und Kandelaber steht im Widerspruch zur Norm. Dies führte Bauingenieur Raphael Marty von der F. Preisig AG, Zürich, aus. Ein System wie es sich in Feusisberg präsentiere, sei grundsätzlich für siedlungsorientierte Strassen mit wenig Verkehr konzipiert, nicht aber für eine verkehrsorientierte Strasse, wo täglich gegen 3000 Fahr-zeuge gezählt werden.

Nun will der Gemeinderat Nägel mit Köpfen machen und den Fahrbahnbereich auf 5,2 Meter verbreitern. Die Kandelaber sollen versetzt und die Rinne aufgehoben werden. Stattdessen könnte es einen Trottoirrand geben, über dessen geeignete Höhe allerdings noch Diskussionsbedarf besteht, wie die Wortmeldungen während der
Veranstaltung im Schindellegler Maihofsaal zeigten. Hier gilt es, die verschiedenen Interessen abzuwägen.

Kreuzen nur mit 40 km/h möglich

Dass sich Handlungsbedarf aufdrängt, zeigen die Unfallzahlen. Seit dem Umbau vor acht Jahren ereigneten sich 18 registrierte Unfälle, davon 15 durch Kollision mit den Kandelabern. In den sieben Jahren vor der Umgestaltung kam es hingegen nur zu acht regi-strier-ten Unfällen. Tatsache ist auch, dass zwei Autos zurzeit lediglich mit 40 km/h einigermassen sicher innerhalb der Fahrbahn kreuzen können. Gerade für auswärtige Fahrzeug-lenker besteht Verunsicherung, wenn auf die Rinne oder gar das Trottoir ausgewichen werden müsste. Auch um die Sicherheit für die Fussgänger steht es nicht zum Besten, wie Abklärungen ergaben. Nicht direkt mit der Strassengestaltung zu tun hat die Rückmeldung von Besuchern der Veranstaltung, wonach das Trottoir öfters als Parkplatz missbraucht wird. Gemeindepräsident Martin Wipfli versprach, auch dieses Anliegen aufzunehmen, zumal solches Verhalten auf einem Trottoir, das zugleich Schulweg ist, nicht tolerierbar sei.

Kosten wird die erneute Umgestaltung in der vom Gemeinderat favorisierten Variante rund eine Million Franken. Nebst den offensichtlichen Veränderungen wären auch Anpassungen an der Strassenentwässerung und bei den Vorplätzen und Zufahrten nötig.

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