Strecke des selbstfahrenden Busses bis zum Rheinfall verlängert

Der selbstfahrende Bus in Neuhausen am Rheinfall SH hat einen Entwicklungsschritt gemacht: Seit Donnerstag legt er die komplette Strecke zwischen Neuhausen Zentrum und dem Rheinfallbecken zurück.

Auf einer Gesamtlänge von rund einem Kilometer bedient das elfplätzige Fahrzeug nun sieben Haltestellen. Es wird auf dem Abschnitt zwischen Industrieplatz und Rheinfallbecken bidirektional eingesetzt, fährt also ohne zu wenden hin und wieder zurück.

Darin enthalten ist auch «die steilste ÖV-Strecke der Welt, die jemals von einem selbstfahrenden Fahrzeug bewältigt wurde», heisst es in der Mitteilung des Vereins Swiss Transit Lab. Swiss Transit Lab ist eine gemeinsame Initiative des weltweiten Systemlieferanten Trapeze, dessen Tochterunternehmen AMoTech, der Verkehrsbetriebe Schaffhausen VBSH und der Regional-und Standortentwicklung (RSE) des Kantons Schaffhausen.

Um eine Höhendifferenz von knapp 60 Metern mit einer maximalen Steigung von 15 Prozent meistern zu können, wurde eine stärkere Variante des Shuttles konzipiert. Diese besitzt zwei Elektromotoren und einen Vierradantrieb.

Der Bus verkehrt täglich von 13 bis 17 Uhr und an Sonn- und Feiertagen von 10 bis 18 Uhr. Aufgrund der verlängerten Strecke wird nun von einem 10- auf einen 30-Minutentakt gewechselt. Da auch interne Tests durchgeführt werden, wird der Shuttle nicht an allen Tagen für Passagiere zur Verfügung stehen. Der genaue Fahrplan wird jeweils auf www.swisstransitlab.com publiziert.

Seit März 2018 verkehrt ein selbstfahrendes Fahrzeug auf der «Linie 12» der Verkehrsbetriebe Schaffhausen (VBSH). Es war dies die weltweit erste Integration eines selbstfahrenden Fahrzeugs in ein bestehendes Betriebsleitsystem des öffentlichen Verkehrs. Es wurden rund 30’000 Fahrgäste befördert.

Die Busse fahren zwar selbständig, werden aber von einer Mitarbeiterin oder einem Mitarbeiter der Verkehrsbetriebe begleitet, die im Notfall eingreifen sollen.

Unfall analysiert

Am 2. Juni war der Bus in einen Unfall mit einer 72-jährigen E-Bikerin verwickelt. Laut der Schaffhauser Polizei kam es zur Kollision, als der Bus von einer Haltestelle losfuhr. Offenbar wurde die Velofahrerin vom Losfahren des Elektrobusses überrascht und prallte in dessen Front. Die Frau verletzte sich dabei.

Der Betrieb mit dem autonomen Bus wurde eingestellt. Gemäss Mitteilung wurden die Untersuchung abgeschlossen und die Freigabe für die Wiederaufnahme des Betriebs wieder erteilt. Technische Ursachen könnten ausgeschlossen werden, sagte ein Sprecher von Swiss Transit Lab gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Der Bus habe gemacht, was er in so einem Fall machen müsse: «Er hat gebremst.»

Details zur Analyse und zur Schuldfrage werden erst nach Abschluss des polizeilichen Verfahrens bekanntgegeben. Dies wird jedoch «noch einige Zeit in Anspruch nehmen».