Mitarbeiter einer Deza-Partnerorganisation in Mali getötet

Bei Angriffen auf Dörfer in Mali mit mindestens 38 Todesopfern sind auch Mitarbeiter einer Partnerorganisation der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza) getötet worden. Das Schweizer Aussenministerium verurteilt die Angriffe «aufs Schärfste».

Nach Angaben der malischen Regierung ereigneten sich die Angriffe am Montag und Dienstag in den Dörfern Gangafani und Yoro nahe der Grenze zu Burkina Faso. Dort leben Angehörige der Volksgruppe der Dogon.

Die Schweiz zeigte sich sehr beunruhigt über die Gewaltspirale im Zentrum des Landes, wie das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) am Mittwoch mitteilte. Es rief die Behörden auf, ihre Anstrengungen zum Schutz der Bevölkerung und gegen die Straflosigkeit im Land zu verstärken.

Die Regierung müsse Massnahmen ergreifen, um die Gewalt und Gegengewalt zu beenden und eine friedliche Lösung für die zunehmenden Spannungen zu finden. Die Schweiz wolle die malischen Behörden und die Bevölkerung bei der Schaffung der Bedingungen für Frieden und Entwicklung unterstützen und weiterhin den Dialog zwischen den verschiedenen Ethnien fördern.

In den vergangenen Jahren hatten sich die ethnischen Konflikte in der Region Mopti im Zentrum des Landes zwischen den Fulbe, die der Viehzucht nachgehen, und den Dogon, die Landwirtschaft betreiben, verschärft. Dies wird mit dem Erscheinen der dschihadistischen Gruppierung des Predigers Amadu Kufa in Verbindung gebracht, der vor allem unter den Fulbe Kämpfer rekrutiert.

Im März wurden bei einem Angriff auf ein Dorf der Fulbe im Zentrum Malis bereits rund 160 Menschen getötet. Am 9. Juni wurden dann bei einem Angriff auf ein Dogon-Dorf 35 Menschen getötet, unter ihnen 24 Kinder. Die Behörden hatten zunächst irrtümlicherweise von 95 Toten gesprochen. Malis Staatschef Ibrahim Boubacar Keita lehnte es kürzlich ab, von einem «ethnischen Konflikt» zu sprechen.