US-Repräsentantenhaus verurteilt «rassistische Kommentare» Trumps

Das US-Repräsentantenhaus hat «rassistische Kommentare» von US-Präsident Donald Trump gegen vier demokratische Abgeordnete verurteilt. Die von den Demokraten dominierte Kongresskammer stimmte für eine Resolution, in der Trumps Äusserungen «scharf verurteilt» werden.

240 Abgeordnete stimmten am Dienstag für eine entsprechende Resolution dafür, darunter vier Republikaner. 187 Abgeordnete votierten dagegen.

In der nicht bindenden Resolution heisst es, Trumps «rassistische Bemerkungen» hätten Hass auf Menschen mit ausländischen Wurzeln und anderer Hautfarbe legitimiert und verstärkt.

Trump hatte am Sonntag in einem Tweet mehrere Demokratinnen dazu aufgefordert, in ihre vermeintlichen Heimatländer zurückzugehen und die Probleme dort zu lösen, statt den USA gute Ratschläge zu geben. Trump nannte in der Nachricht keine Namen, spielte aber unmissverständlich auf die Gruppe der vier aufstrebenden demokratischen Abgeordneten im Repräsentantenhaus an.

Alle vier sind US-Bürgerinnen. Ocasio-Cortez ist puerto-ricanischer Abstammung, geboren in New York; Tlaib ist Tochter palästinensischer Einwanderer, geboren in Detroit; Pressley ist Afroamerikanerin, geboren in Chicago. Omar kam zwar in Somalia auf die Welt, wurde aber schon als Teenager in den USA eingebürgert.

Die Attacken wurden in den USA und auch im Ausland scharf kritisiert. Trump selbst erklärte am Dienstag, seine Äusserungen seien «nicht rassistisch» gewesen. Seither legte er mehrfach nach. Er will offenbar mit Blick auf die Präsidentschaftswahl 2020 seine weisse Wählerschaft mobilisieren – und einen Keil zwischen die oppositionellen Demokraten treiben.