Neymar vor Comeback bei PSG

Neymar steht bei Paris Saint Germain in der 5. Runde der französischen Meisterschaft gegen Strasbourg vor seinem Comeback. Nach der Wechselposse erwartet den Brasilianer ein frostiger Empfang.

Was macht ein Fussballer, wenn er verletzt ist und weder trainieren noch spielen kann? Diese Frage beantwortete der brasilianische Angreifer Neymar Ende August auf seinem eigenen Instagram-Kanal. Auf einem von Neymar publizierten Video ist eine Person in einem orangen Overall zu sehen, das Gesicht mit einer Maske des spanischen Malers Salvador Dali verdeckt. Es ist jene Verkleidung, die die Bankräuber in der Netflix-Serie «Haus des Geldes» tragen. Nur erscheint auf Neymars-Profil unter der Maske nicht das Gesicht eines Schauspielers, es ist Neymar selber, der sich demaskiert.

Neymar nutzte die Auszeit vom Fussball, um sich, wie er selber schrieb, «einen Traum zu verwirklichen» – mit einer Gastrolle in seiner Lieblingsserie. Am Samstag könnte der 27-Jährige nach fünf Monaten bei Paris Saint-Germain in seine Hauptrolle als Fussballer zurückkehren. Es dürfte für ihn die bittere Lektion werden, dass auch ein Neymar nicht alle Träume verwirklichen kann. Denn ein anderer Wunsch des Brasilianers war es, PSG nach zwei Jahren wieder zu verlassen, zurück nach Spanien, zum FC Barcelona oder Real Madrid. Doch PSG liess seinen Superstar, den es 2017 für 222 Millionen Euro von Barcelona losgeeist hatte, nicht ziehen.

Und so steht Neymar in Paris vor dem Comeback bei einem Klub, mit dem er eigentlich schon abgeschlossen hatte, und vor Fans, die ihn nicht mehr haben wollen. «Neymar verschwinde», liess ihn das Publikum in der Stadt der Liebe zuletzt den Liebesentzug spüren. Ob er gegen Strasbourg zum Einsatz kommen wird, liess PSG-Coach Thomas Tuchel offen. «Aber Ney ist wieder bei der Gruppe dabei, das ist sicher», so der 46-jährige Deutsche. Er sei nun einfach froh, dass Klarheit herrsche «und das Transferfenster zu ist», sagte Tuchel zu der Posse um seinen Stürmer.

Neymar gehörten in den letzten Monaten die Schlagzeilen, obwohl er seit Mai nicht mehr für PSG auf dem Fussballplatz stand. Er wurde in der französischen Hauptstadt gar zum Politikum. Sogar der Bürgermeisterin Anne Hidalgo liess die Neymar-Frage keine Ruhe. «Wir lieben dich sehr. Du musst alles geben und uns helfen, die Champions League zu gewinnen», liess sie den Fussballer wissen. Allerdings richtete die 60-Jährige den Appell an Neymar, er soll «wieder etwas zurück auf die Erde kommen». Dennoch glaube sie, dass Paris ihm vergeben werde, wenn er alles für den Klub gebe. Es wäre Hidalgos Traum, nicht der von Neymar.