Razzia bei Pfäffiker Stammzellen-Unternehmen

In Pfäffikon machte die Cryo-Save AG ein Milliardengeschäft mit der Lagerung von Stammzellen – bis plötzlich niemand mehr da war. Nun eröffneten die Gesundheitsbehörden Untersuchungen gegen die Firma. 

Noch bis diesen Sommer lagerte die Cryo-Save AG mit Sitz in Pfäffikon in ihrer Nabelschnurblutbank in Genf Blutstammzellen von Neugeborenen. Bis zu 4000 Franken Lagergebühren kassierte das Unternehmen pro Nabelschnurblutprobe, die Eltern nach der Geburt ihres Kinder vorsorglich bei der Firma einfrieren liessen. Heute kämpft das Unternehmen mit Liquiditätsproblemen, am Hauptsitz in Pfäffikon ist niemand mehr. Die Esperite-Gruppe, zu der Cryo-Save gehört, steckt ebenfalls in Schwierigkeiten, seit der Aktienkurs abstürzte. Hinzu kommen Hinweise, dass Cryo-Save gegen das Transplantationsgesetz verstossen hat. Konkret sollen Melde- und Mitwirkungspflichten verletzt worden sein. 

Strafanzeige eingereicht

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) und das Schweizerische Heilmittelinstitut Swissmedic haben nun Untersuchungen eröffnet. Bei der zuständigen Staatsanwaltschaft Genf hat das BAG Strafanzeige gegen die Zweigniederlassung der Cryo-Save AG in Plan-les-Ouates in Genf eingereicht. Vergangene Woche wurde die Parterrewohnung in Pfäffikon, in der sich der Hauptsitz des Unternehmens befindet, durchsucht. Von den aktuellen Untersuchungen haben besorgte oder verärgerte Kunden der Cryo-Save allerdings nicht viel: «Wenn vertragliche Vereinbarungen nicht eingehalten werden, so ist dies nicht eine Frage des Transplantations- oder Heilmittelrechts, sondern die Kunden müssten vielmehr zivilrechtlich gegen die Firma vorgehen», erklärt das BAG.

Vermutlich bei FamiCord gelagert

Zuletzt war der in Genf wohnhafte Geschäftsführer Frédéric Amar im Gespräch mit der «SonntagsZeitung». So teilte er dieser Ende August mit: «Es gibt keine Schliessung von Cryo-Save.» Er versicherte auch, dass die Stammzellen «einwandfrei» gelagert würden.   Tatsächlich deutet alles darauf hin, dass sich die Stammzellen in Polen im Lager der grossen Stammzellenbank FamiCord befinden. 

Vollständiger Bericht in der Ausgabe vom Mittwoch, 18. September, zu lesen.

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