Mörder von Siebnen wurde freigelassen und ausgeschafft

Die Tat erschütterte vor 15 Jahren Ausserschwyz: In der Nacht auf den 1. Juli 2004 tötete V. T. seine Ex-Freundin Nathalie D. in ihrer Wohnung an der Kapellstrasse in Siebnen mit einem Schuss in den Hinterkopf. Nachdem er die Wohnung verlassen hatte, kehrte er nochmals zurück, drehte das auf dem Bett liegende, noch lebende Opfer auf den Bauch und drückte ihren Kopf mit mehreren Kissen gegen die Matratze. Die beiden damals eineinhalb- und dreieinhalbjährigen Kinder von Nathalie D. liess V. T. – übrigens der Vater des jüngeren Kindes – bei ihrer toten Mutter zurück. Nachdem er seinem Bruder die Tat gestanden hatte, floh der damals 21-Jährige in den Kosovo. Bei seiner Rückkehr eine Woche später wurde er am Flughafen Zürich verhaftet. Obwohl er stets seine Unschuld beteuerte, wurde er rund zwei Jahre nach der Tat wegen Mordes zu einer lebenslänglichen Haftstrafe verurteilt. Als Tatmotiv wurde bei der Gerichtsverhandlung im Sommer 2006 erloschene Liebe vermutet, hatte sich doch Nathalie D. knapp zwei Monate vor der Tat von V. T. getrennt, ihm aber gesagt, dass er seine Tochter immer besuchen könne. Zuvor hatte Nathalie D. offenbar eine neue Bekanntschaft gemacht, wonach sich V. T. in seinem Stolz verletzt gefühlt habe. Mit der Tötung habe er verhindern wollen, dass andere Männer seinen Platz einnehmen, sagte damals die Staatsanwältin. Mehrmals hat der Kosovare in den vergangenen Jahren versucht, seine Situation zu verbessern. Zwei Revisionsbegehren wurden abgelehnt. Auch eine Verlegung in ein kosovarisches Gefängnis vor rund zwei Jahren wurde abgelehnt.

Vor wenigen Tagen wurde V. T., der 1986 in die Schweiz gekommen und in Weesen aufgewachsen ist, nach 15 Jahren Haft entlassen. Dies bestätigt André Rüegsegger, Vorsteher des Sicherheitsdepartementes, auf Anfrage. V. T. sei direkt in den Kosovo ausgeschafft worden. Zudem habe das Staatssekretariat für Migration (SEM) eine 15-jährige Einreisesperre für die Schweiz und den Schengen-Raum verfügt.

Ausführlicher Bericht in der Ausgabe vom Donnerstag, 26. September.

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