Kurden demonstrieren in Bern gegen türkische Offensive in Syrien

Gegen tausend Personen, die meisten von ihnen Kurdinnen und Kurden, haben sich am Freitagabend beim Berner Bahnhof zu einer Protestkundgebung versammelt. Die Kritik gilt der der türkischen Offensive in Nordsyrien.

«Türkische Armee, raus aus Kurdistan!» skandierte die Menge lautstark. Dann setzte sich der Kundgebungszug durch die Innenstadt in Bewegung.

Der türkische Präsident Recep Taiyp Erdogan plane eine ethnische und religiöse Säuberung der Region, so die Befürchtung, der die Kundgebungsteilnehmenden auf einem Flyer Ausdruck verliehen. Dieser wurde an Passantinnen und Passanten verteilt.

Die Schweiz positioniere sich nach wie vor zu wenig klar und halte sich mit Kritik zurück, so ein weiterer Kritikpunkt.

Im Kundgebungszug wurden zahlreiche Fahnen mit dem Konterfeis des Kurdenführers Abdullah Öcalan geschwenkt. Auch Fahnen kurdischer Parteien und Organisationen wurden gezeigt.

Die Kundgebung wurde von linksautonomen Kreisen unterstützt. So stiegen Vermummte bereits am Nachmittag und nochmals vor der Kundgebung auf den Baldachin am Berner Bahnhofplatz und hängten Transparente auf, die zur Solidarität mit dem kurdisch geprägten Gebiet von Rojava in Nordsyrien aufriefen. Die Polizei war präsent, hielt sich jedoch im Hintergrund.

Auch Demonstration in Genf

In Genf riefen am Nachmittag rund 250 Kurdinnen und Kurden auf der Place des Nations die Schweizer Regierung zu wirtschaftlichen und diplomatischen Sanktionen gegen die Türkei auf.

Die Türkei strebe eine ethnische Säuberung an und eine Verurteilung allein genüge nicht. Auch müsse die Schweiz wie alle anderen Länder in Europa mehr syrische Flüchtlinge aufnehmen.

Von den Vereinten Nationen forderten die Kundgebungsteilnehmer eine Flugverbotszone über Nordsyrien und den Schutz der Zivilbevölkerung. Zudem sollte die Uno eine Friedenstruppe entlang der syrisch-türkischen Grenze stationieren und sofort eingreifen.

Am Mittwoch hat die Türkei eine Militäroffensive in Nordsyrien gestartet. Es kam zu Luftangriffen und Panzer fuhren auf.