Ausschreitungen in Barcelona reissen nicht ab

In Katalonien haben Unabhängigkeitsbefürworter die fünfte Nacht in Folge teils gewaltsam gegen die Verurteilung von neun Separatistenführern demonstriert. Die Unruhen in Barcelona liessen nach Mitternacht nur langsam nach.

Hunderttausende hatten zuvor am Freitag in der Regionalhauptstadt friedlich für die Freilassung der Verurteilten und für das Recht auf Selbstbestimmung der Katalanen demonstriert. In der Konfliktregion im Nordosten Spaniens hatten die Separatisten zudem einen 24-stündigen Generalstreik veranstaltet, der von sehr Vielen befolgt wurde.

Wie die Sicherheitsbehörden mitteilten, wurden am Freitagabend in Barcelona mindestens 14 Demonstranten festgenommen. Bis 22 Uhr seien zudem 41 Verletzte registriert worden, hiess es. Die Zahl der gewalttätigen Demonstranten wurde auf mehr als 4000 geschätzt.

Diese Demonstranten errichteten auch am Freitagabend brennende Barrikaden. Sie rissen Verkehrsschilder aus, setzten Abfallcontainer in Brand und bewarfen die Polizisten mit Steinen, Eiern und anderen Gegenständen. Die Polizei setzte unter anderem Gummigeschosse, Tränengas und erstmals auch Wasserwerfer ein. Der öffentlich-rechtliche TV-Sender RTVE sprach von einer «wahren Schlacht».

Es war bereits die fünfte Nacht in Serie mit Strassenprotesten und Ausschreitungen, nachdem das Oberste Gericht in Madrid am Montag neun Separatistenführer zu Haftstrafen von bis zu 13 Jahren verurteilt hatte.