Tuggen nimmt dritten Anlauf für Sanierung des Kugelfangs

Zuerst war da die Idee von der Seilbahn. Dann der Weg über das Flachmoor. Nun plant man eine Zufahrt über das Wiesland. Es scheint, als werde über die Sanierung des Kugelfangs Tuggen ein weiteres Kapitel eröffnet.

Die Gemeinde Tuggen ist bestrebt, die geforderte Bleisanierung beim Kugelfang Linthbort vorzunehmen. Ein erstes Projekt wurde den Bürgern im Jahr 2015 präsentiert. Es sah vor, die vier Tonnen Blei mittels Seilkran abzutransportieren. Kosten von rund 500 000 Franken waren dafür veranschlagt. Das Sachgeschäft, das die Gemeinde als «reine Formsache» titulierte, schickten die Bürger an der Urne dann aber prompt bachab. 

Vor rund einem Jahr schrieb die Gemeinde dann eine neue Variante aus. Geplant war eine Baustellenerschliessung über den Rüschenzopf – ein geschütztes Flachmoor von nationaler Bedeutung. Die Einsprachen von Umweltverbänden liessen dementsprechend nicht lange auf sich warten – das Projekt wurde versenkt. 

«Goodwill» bringt erfreuliche Wende für Gemeinde

Doch die Gemeinde gibt nicht auf. Möglichkeiten aber hat sie kaum mehr, denn via Linthbortkapelle ist keine Erschliessung möglich. Das Risiko, dass die Kapelle Schaden nehmen könnte, wäre nach wie vor zu gross. Und würde sie via Rüschenzopf zufahren, könnte die Jauchegrube eines Hofes in Mitleidenschaft gezogen werden. Dies zumindest hiess es in der Vergangenheit. Umso überraschender, dass die Gemeinde vor Kurzem erneut ein Baugesuch für die Teilsanierung des Kugelfangs veröffentlichte. Welche Lösung sie wohl gefunden hat? 

«Wir werden die Baustelle übers Wiesland und die bestehende Brücke erschliessen», erklärt Gemeindeschreiber Peter Weibel. Dank der Zustimmung und des «Goodwill» des Landwirts darf die Gemeinde zur Sanierung nun die landwirtschaftlichen Parzellen überqueren. 

In den kommenden Tagen läuft die Einsprachefrist aus. Bisher sieht es gut aus für die Gemeinde. «Es sind keine Einsprachen eingegangen», freut sich Weibel. Wann mit der Sanierung begonnen wird, ist noch unklar. Vielleicht schon diesen Winter, vielleicht aber auch erst im nächsten Jahr. Unter Zeitdruck stehe die Gemeinde nicht mehr. Die nationale Frist, die für den Erhalt von Subventionen galt, habe sich dank einer Interpellation verschoben.