Drei Tote bei regierungskritischen Protesten in Kolumbien

Bei Ausschreitungen am Rande regierungskritischer Proteste sind im Westen Kolumbiens drei Menschen getötet worden. Zwei Menschen seien bei der gewaltsamen Eskalation einer Demonstration in Buenaventura getötet worden, ein weiterer in Candelaria.

Dies sagte Verteidigungsminister Carlos Holmes Trujillo auf einer Pressekonferenz am Freitagvormittag (Ortszeit). Bei den landesweiten Protesten waren am Donnerstag zehntausende Kolumbianer gegen die Politik des rechtskonservativen Präsidenten Iván Duque auf die Strasse gegangen.

Dem Generalstreik und den Massenkundgebungen, die von den Gewerkschaften organisiert wurden, hatten sich auch Studenten, indigene Gruppen, Umweltschützer und die Opposition angeschlossen. Sie protestieren in der Hauptstadt Bogotá und anderen Städten des südamerikanischen Staats unter anderem gegen die Sozial- und Sicherheitspolitik der Regierung. In Bogotá setzte die Polizei Blendgranaten gegen Studenten ein, die zu Tausenden zum internationalen Flughafen der kolumbianischen Hauptstadt zogen.

Die Proteste waren die massivsten der vergangenen Jahre. Der seit 18 Monaten regierende Duque hatte am Mittwoch in einer Fernsehansprache die Berechtigung einiger Forderungen eingeräumt. Zugleich beklagte er eine durch «Lügen» angeheizte Kampagne, mit der neue Gewalt angestachelt werden solle.