Mindestens sechs Tote und 300 Verletzte bei Erdbeben in Albanien

Bei einem schweren Erdbeben in Albanien sind am Dienstag mindestens sechs Menschen ums Leben gekommen, wie der albanische Regierungssprecher Endri Fuga über Twitter am Vormittag mitteilte. Nach seinen Angaben behandelten die Spitäler mindestens 300 Verletzte.

Das Zentrum des Bebens, das sich in den frühen Morgenstunden ereignete, lag etwa 34 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Tirana, wie das Erdbebenzentrum EMSC mitteilte.

Ein etwa 50 Jahre alter Mann kam nach Angaben des Verteidigungsministeriums ums Leben, als er im Ort Kurbin im Nordwesten des Landes in Panik aus einem Gebäude sprang. Die Leichen eines Mannes und einer Frau wurden in Thumane nördlich von Tirana aus Trümmern geborgen. Ein vierter Toter wurde im Küstenort Durres gefunden.

Auch in Tirana brach Panik aus, zahlreiche Menschen rannten auf die Strasse. In Durres brach nach Angaben des Verteidigungsministeriums ein dreistöckiges Hotel zusammen. Ein weiteres Gebäude im Stadtzentrum wurde schwer beschädigt. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums sprach von «erheblichen Schäden».

Allein in Tirana und Durres wurden nach Angaben von Gesundheitsministerin Manasterliu 150 Menschen mit Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert.

Die Erschütterungen waren örtlichen Medien zufolge auf der gesamten Balkanhalbinsel zu spüren, unter anderem in Sarajevo und der fast 700 Kilometer entfernten serbischen Stadt Novi Sad. Dem Erdbebenzentrum EMSC zufolge gab es mehrere Nachbeben, darunter eines der Stärke 5,3. Die Beben waren laut örtlichen Medien auch in Griechenland und selbst in Süditalien zu spüren.

Im September war die selbe Region erst von einem Beben der Stärke 5,6 erschüttert worden. Die Behörden sprachen damals vom stärksten Beben der vergangenen 20 bis 30 Jahre.