Trumps Handelsbeauftragter bringt unter Pseudonym Memos in Umlauf

Im Handelsstreit mit China greift der Handelsberater von US-Präsident Donald Trump, Peter Navarro, zu mehr als ungewöhnlichen Mitteln. Wie die «New York Times» am Mittwoch berichtete, bringt er seine Hardliner-Positionen auch unter dem Pseudonym «Ron Vara» in Umlauf.

In einem Memo schreibt der fiktive Ron Vara demnach, Trump solle die nervösen Investoren beruhigen, indem er öffentlich einen Deal mit China ausschliesst.

Laut «NYT» bestätigte Navarro, der für seine China-kritische Haltung bekannt ist, die Echtheit des Memos; es war von einem vorgeblich «Ron Vara» gehörenden E-Mail-Konto verschickt worden. An wen es geschickt wurde, schrieb die Zeitung nicht.

Ein australischer Wissenschaftler hatte im Oktober aufgedeckt, dass sich Navarro dieses Pseudonyms bedient – und den Experten «Ron Vara» mehr als ein Dutzend Mal in fünf seiner 13 Bücher zitiert hat.

Die USA liefern sich mit China seit mehr als einem Jahr einen erbitterten Handelsstreit, der auch die Weltwirtschaft in Mitleidenschaft zieht.

Trump wirft China unfaire Handelspraktiken zulasten von US-Unternehmen und den Diebstahl geistigen Eigentums vor. Er setzte deshalb eine Strafzollspirale in Gang, die inzwischen einen grossen Teil aller Importe aus China in die USA betrifft. Peking reagierte mit Gegenzöllen.