Schwyzer werden immer kritischer gegenüber Burka und Co.

Schwyzerinnen und Schwyzer akzeptieren Verhüllungen immer weniger. (Bild: unsplash)

In St.Gallen und im Tessin ist das Verhüllungsverbot bereits Realität. Unsere Umfrage zeigt, dass auch die Schwyzerinnen und Schwyzer für ein Verbot wären, wenn voraussichtlich noch dieses Jahr darüber abgestimmt wird.

Im Jahr 2016 hat der Kanton Tessin als erster Kanton der Schweiz das Verhüllungsverbot eingeführt. St. Gallen zog nach. 2017 wurde die Volksinitiative «Ja zum Burkaverbot» eingereicht. Grundsätzlich geht es darum, dass niemand in der Schweiz sein Gesicht an öffentlichen Orten verhüllen darf. Ausnahmen wären bei einheimischem Brauchtum wie der Fasnacht vorgesehen. Der Bundesrat lehnte jedoch ein nationales Verhüllungsverbot ab und lancierte einen indirekten Gegenvorschlag, welcher im Gegensatz zur Initiative die kantonalen Vorrechte wahren soll. Der Gegenvorschlag beschränkt sich daher eher auf eine Enthüllungspflicht, die besagt, dass beispielsweise Burkas oder Nikabs im Kontakt mit den Behörden verboten werden. Dies dient zur Identifizierung der entsprechenden Person.

Da das Schweizer Stimmvolk voraussichtlich dieses Jahr über ein Verhüllungsverbot abstimmen wird, wurden die Schwyzerinnen und Schwyzer vom Forschungsinstitut publitest-mafo concept GmbH im Auftrag unserer Zeitung befragt. «Wenn im Kanton Schwyz über ein Burkaverbot abgestimmt werden würde, wären Sie eher dafür oder dagegen?», lautet dabei die Frage. Seit 2013 wird die Frage in unserer jährlichen Umfrage gestellt.

Schwyzer sind kritischer geworden

Grundsätzlich sind die Schwyzerinnen und Schwyzer über alle fünf befragten Jahre «eher» oder «klar» dafür. Die Befragten wurden seit 2013 sogar kritischer: Waren 2013 noch 35 Prozent klar dafür, sind es 2019 schon 48 Prozent. Auch je nach Bildung sind Unterschiede zu erkennen. 30 Prozent der Befragten mit höherem Bildungsstand sind dagegen. Bei
den Befragten mit eher -tiefem Bildungsstand sind nur 13 Prozent dagegen. Nur 2 Prozent davon sind «klar dagegen».

Die mittlere Altersklasse (35 bis 54) ist mit 56 Prozent am stärksten «klar dafür». Die jüngste Altersklasse (14 bis 34) ist bei «klar dafür» mit 32 Prozent deutlich unter den beiden anderen Altersgruppen.

Zwischen Inner- und Ausserschwyz sind keine grossen Unterschiede zu erkennen. Auch bei den Frauen und Männern ist es ungefähr ausgeglichen. 49 Prozent der Männer und 47 Prozent der Frauen sind «klar dafür».

Alle Zahlen zur Umfrage sind in der Ausgabe von heute Montag, 13. Januar, zu finden.

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