Nach Rennabbruch: Erneuter Podestplatz in Dubai

Wasser wohin das Auge reicht. Auf der Rennstrecke, in der Boxengasse und in der Box. (Foto: Franz Feldmann)

Knapp sieben Stunden lang dauerte das erste Rennen der 24h-Series in Dubai. Die Organisatoren mussten den Event knapp nach 7 Uhr am Morgen definitiv abbrechen. Für Dubai ungewöhnlich starker Regen hatte das Autodrom unter Wasser gesetzt. 

Der Wangner Technik-Chef Adrian Wolf zog trotz des abgebrochenen Rennens in Dubai eine positive Bilanz. Vor allem mit der Leistung der ganzen Mannschaft war er mehr als zufrieden. «Nicht nur die Fahrer haben eine sehr gute Arbeit abgeliefert, auch die ganze Boxen-Crew hat eine hervorragende Leistung gezeigt». Besonders stolz war er auf die Tatsache, dass auch im ersten Rennen in diesem Jahr die Boxenstopps der beiden VW Golfs des Autorama Wolf-Power Racing Teams die kürzesten der ganzen Kategorie waren. Mit Bedauern gab er dann doch zu, dass er gerne die Nacht durchgefahren wäre, denn «da wäre unsere Zeit gekommen. Da machen wir Boden gut und können so das Rennen für uns entscheiden.» An eine Weiterfahrt im mitten in der Nacht wegen heftiger Regenfälle unterbrochenen Rennen war am Morgen nicht zu denken. Nicht nur der Strom war auf der ganzen Anlage ausgefallen, die Strecke, die Boxengasse und auch die Boxen selber standen knöcheltief unter Wasser. So musste sich das Wolf-Power Racing Team mit dem dritten Rang auf dem Podest zufriedengeben. «Ja, es wäre mit Fortdauer des Rennens sicher mehr drin gelegen, aber nach ein paar Tagen werde ich sicher noch zufriedener sein», so Wolf weiter.

Lange nicht auf Touren gekommen

Dabei hatte anfangs letzter Woche in Dubai alles ganz anders angefangen.
Irgendwie schien beim Team der Wurm drin zu sein. Beide Autos wurden Opfer von nicht selbst verschuldeten Unfällen und mussten in nächtelanger Arbeit komplett auseinander- und wieder zusammengeschraubt werden. Bei beiden Unfällen waren sowohl das Auto mit der Startnummer 1 wie auch das mit der 112 von einem anderen Fahrer «abgeschossen» worden. «Das kann bei 80 Autos auf der Rennstrecke immer passieren», erklärte Wolf. Ein teurer Spass, denn beim Weltmeisterauto kamen so gut und gerne weit über 40 000 Franken Schaden zusammen. Die beiden Unfälle sorgten denn auch dafür, dass die Ersatzteile im Verlauf der Woche auf das Rennen hin knapp wurden. Ein neuer Ersatzmotor war ebenfalls defekt, was eine erneute Nachtschicht mit Aus- und Einbau erforderte und die Boxen-Crew körperlich an den Anschlag brachte. So mussten zwei Mechaniker zusätzlich von einem anderen Team ausgeliehen werden.

Gut ins Rennen gestartet

Aber kaum wurde das Rennen am Freitagnachmittag gestartet, schien alles bestens für das Schweizer Team zu laufen. Die Fahrer hielten sich aus den anfänglichen Querelen auf der Strecke heraus, wohl wissend, dass ein 24-Stunden-Rennen nicht in den ersten Minuten entschieden wird.«Ich hatte auch keine Bedenken für das Rennen», gestand der Wangner Technik-Chef Adrian Wolf. So kam auch der junge Nachwuchsfahrer Miklas Born zu seiner Automobilrennsport-Feuertaufe. Der 17-jährige Basler war zuvor mit guten Resultaten in Kart-Rennen aufgefallen und erhielt für dieses Jahr die Möglichkeit, im Weltmeisterauto des letzten Jahres die Mission Titelverteidigung zusammen mit vier anderen Fahrern in Angriff zu nehmen. An fünfter Position hatte er das Auto übernommen, an zweiter Stelle liegend gab er es wieder ab – bei nicht ganz einfachen und immer nasser werdenden Verhältnissen. Je länger das Rennen dauerte, desto mehr galt das Augenmerk in der Renntaktik-Abteilung nicht nur den Monitoren mit dem Rennverlauf, sondern auch dem Wetterradar, der immer wichtiger für die Entscheidungsfindung werden sollte. Innert weniger Sekunden musste in der Box entschieden werden, ob nun doch Regenreifen aufgezogen werden sollten oder nicht. Kurz nach 22 Uhr hatte die Rennleitung endlich ein Einsehen. Die Bedingungen auf der Strecke waren nicht mehr regulär und für die Fahrer immer gefährlicher. «Unsere Piloten meldeten uns via Funk, dass sie in der Dunkelheit mit den starken Regenfällen nichts mehr sehen konnten», erklärte Wolf. So durfte sich die Boxencrew für einmal während eines 24-Stunden-Rennens am Boden der Boxen-garage schlafen legen, wurde aber während der Nacht unsanft vom eindringenden Wasser geweckt.

Gewertet wurde das Rennen trotz des Abbruchs. So sicherte sich die Wangner Mannschaft nach 153 absolvierten Runden 26 Punkte für den dritten Platz, zwei Runden weniger als das belgische Siegerteam AC Motorsport und eine weniger als das schwedische Lestrup Racing Team. Erst nach der Siegerehrung wurden die Ausmasse der Schäden auf der Piste so richtig klar. Wasser, defekte Autoteile und Sand so weit das Auge reichte.

Mehr Bilder zum Rennen sind in der Print-Ausgabe vom Dienstag, 14. Januar, zu sehen.

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