Referendum gegen Vaterschaftsurlaub wird eingereicht

Über die Einführung eines zweiwöchigen Vaterschaftsurlaub könnte das Stimmvolk entscheiden. Die Gegnerinnen und Gegner wollen am Donnerstag die Unterschriften zum Referendum einreichen. Nach eigenen Angaben haben sie genügend Unterschriften gesammelt.

Ob das Referendum tatsächlich zustande gekommen ist, steht erst nach der Zählung durch die Bundeskanzlei fest. In den letzten Tagen wurde damit gerechnet, dass es möglicherweise scheitern könnte.

Die Gegnerinnen und Gegner gehen aber davon aus, dass sie die erforderlichen 50’000 Unterschriften gesammelt haben. Am Mittwoch lud das Referendumskomitee die Medien für Donnerstag zur Einreichung der Unterschriften ein.

Gemäss dem Parlamentsentscheid könnten Väter in den ersten sechs Monaten nach der Geburt des Kindes zwei Wochen bezahlten Urlaub nehmen. Dieser würde wie der Mutterschaftsurlaub über die Erwerbsersatzordnung (EO) finanziert.

Die geschätzten Kosten beliefen sich laut dem Bund auf rund 229 Millionen Franken pro Jahr. Dafür sollen 0,06 zusätzliche Lohnprozente je hälftig bei Arbeitgebern und Arbeitnehmern erhoben werden.

Initiative für vier Wochen

Zur Debatte steht auch eine Volksinitiative für einen vierwöchigen Vaterschaftsurlaub. Die Initianten hatten diese zwar zugunsten der Gesetzesgrundlage für den zweiwöchigen Urlaub zurückgezogen – aber unter der Bedingung, dass die Regelung in Kraft tritt.

Der Bundesrat hatte sowohl die Volksinitiative als auch den indirekten Gegenvorschlag abgelehnt. Gegen den zweiwöchigen Vaterschaftsurlaub stellt sich ein Komitee aus Parlamentariern, Unternehmern und Gewerbevertretern.

Die Verantwortung müsse bei den Familien liegen und dürfe nicht auf Unternehmen abgeschoben werden, argumentiert es. Die Gegnerinnen und Gegner sprechen von «Gratisferien für wenige, welche durch Lohnabzüge für alle finanziert werden müssten».