Zahlreiche Zug- und Flugausfälle in Europa wegen Orkantief

Wegen des Orkantiefs «Sabine», das in einigen europäischen Ländern irisch-keltisch «Ciara» genannt wird, kommt es im Nordwesten Europas zu zahlreichen Ausfällen im Flug- und Bahnverkehr.

Am Flughafen Zürich-Kloten wurden bis Sonntagnachmittag 40 Starts und 34 Landungen annulliert, der Euroairport Basel-Mülhausen kündigte die Streichung von acht Flügen übe den ganzen Tag an, in Genf-Cointrin kam es bis zum Nachmittag zu 27 Annullierungen, wie die jeweiligen Medienstellen mitteilten. Dutzende Flüge wurden zudem umgeleitet.

Der niederländische Flughafen Amsterdam-Schiphol strich wegen des Orkantiefs rund 120 Starts und Landungen. Betroffen seien Flüge der Unternehmen KLM, British Airways, Easyjet und Lufthansa, teilte ein Flughafensprecher mit. Weitere Annullierungen sowie Verspätungen könnten hinzukommen. Amsterdam-Schiphol ist eines der wichtigsten Drehkreuze im internationalen Luftverkehr.

Auch in Grossbritannien wurden für Sonntag dutzende Flüge abgesagt oder verspäteten sich. Die Fluggesellschaft British Airways bot Reisenden von oder nach den Londoner Flughäfen Heathrow, Gatwick oder London City an, ihre Flüge umzubuchen. Die Fluggesellschaft Virgin Atlantic setzte mehrere Flüge von Heathrow aus.

Sturmböen in Deutschland

Das Orkantief erreichte im Laufe des Sonntags den Norden Deutschlands. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) wurden am frühen Sonntagnachmittag bereits Sturmböen von bis zu 100 Kilometern pro Stunden und einzelne Orkanböen bis zu 110 Kilometern pro Stunde erreicht.

Mehrere Bahnverbindungen in Schleswig-Holstein und Niedersachsen wurden eingestellt. An zahlreichen Flughäfen fielen wegen des Sturms Starts und Landungen aus. Für grosse Teile Deutschlands galt am Sonntag eine Unwetterwarnung, im Schwarzwald sogar die höchste Warnstufe vier. Die Warnungen sollen teilweise bis Montagabend aufrecht erhalten werden.

Zudem kam es zu Verspätungen und Ausfällen der Schiffsverbindung zwischen Calais und Dover. Die britische Eisenbahngesellschaft riet Fahrgästen wegen des Sturms von Zugreisen ab.

Queen verzichtet auf Kirchgang

Queen Elizabeth II. sagte ihren Kirchgang im ostenglischen Sandringham aus Sicherheitsgründen ab, wie eine Sprecherin des Buckingham-Palasts sagte. Sie betonte aber, es sei in erster Linie um die Sicherheit der Schaulustigen gegangen – diese sammeln sich stets vor der Kirche, um die Königin zu sehen.

Mehrere Veranstaltungen fielen dem Orkan zum Opfer. In London fiel ein Zehn-Kilometer-Lauf mit erwarteten 25’000 Teilnehmern aus, zahlreiche Parks wurden geschlossen. Zudem erwartet die britische Wetterbehörde Schäden an Gebäuden und Stromausfälle sowie Überschwemmungen.

Am Flughafen von Brüssel wurden wegen des Sturmtiefs rund 60 Starts und Landungen abgesagt. Die deutsche Fluggesellschaft Lufthansa strich Verbindungen zwischen Brüssel und München sowie Frankfurt am Main. Die Lufthansa-Tochter Eurowings sagte Flüge zwischen Stuttgart und Brüssel ab.

Warnung vor Überschwemmungen

In Irland warnten die Wetterbehörden vor Überschwemmungen in Küstennähe. In der westirischen Stadt Galway war eine Veranstaltung der europäischen Kulturhauptstadt 2020 bereits am Samstagabend abgesagt worden.

Auch in Frankreich, wo der Sturm wie in Grossbritannien und den Niederlanden «Ciara» (irisch-keltisch für: schwarz) genannt wird, warnte der Wetterdienst vor Überschwemmungen und Sturmschäden. In den Vogesen wurden Windgeschwindigkeiten von bis zu 140 Kilometern pro Stunde erwartet. Die Behörden rieten davon ab, in Wälder zu gehen und Autos unter Bäumen zu parken.