Autolenker nach Todesfahrt in Fussgängergruppe vor Gericht

Todesfahrt beim Strassenstrich: Ein 26-jähriger Mann muss sich am Donnerstag vor dem Luzerner Kriminalgericht verantworten. Er soll im August 2017 in Luzern nach einem Streit drei Polen angefahren und dabei einen von ihnen getötet haben.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten laut der Anklageschrift mehrfache, zum Teil versuchte, eventualvorsätzliche Tötung vor. Sie fordert sechs Jahre Gefängnis. Der Angeklagte bestreitet, den Wagen absichtlich in die Gruppe gelenkt zu haben.

Vor dem Vorfall in der Nacht auf jenen Sonntag im August hatte er in seinem Auto die Dienste einer Prostituierten auf dem Strassenstrich in Ibach in Anspruch genommen. Sein Cousin wartete derweil auf der Strasse. Als die beiden Männer anschliessend eine Zigarette rauchten, wurden sie von drei alkoholisierten Polen beschimpft.

Einer der drei warf dem Cousin einen Schlüsselbund an den Kopf, wonach sich die Gruppe entfernte. Der Cousin stieg ins Auto, der Beschuldigte setzte sich ans Steuer und beschleunigte auf 60 bis 80 Stundenkilometer. Von hinten fuhr er auf die drei Polen zu, die auf dem Trottoir gingen.

Zwar steuerte er im letzten Moment wieder auf die Strasse, erfasste mit dem Auto aber die drei Polen. Einer von ihnen starb auf der Unfallstelle, ein zweiter wurde schwer verletzt und ein dritter am Bein getroffen.

Die Frontscheibe des Autos barst wegen des Aufpralls, der Beschuldigte fuhr trotzdem nach Hause, ohne sich um die Opfer zu kümmern. Die Anklage wirft ihm weiter ein Strassenverkehrsdelikt und eine Widerhandlung gegen das Waffengesetz vor.