Sozialsatire «Parasite» gewinnt César für besten Auslandfilm

Die oscarprämierte Gesellschaftssatire «Parasite» des südkoreanischen Regisseurs Bong Joon Ho hat den César als bester Auslandfilm gewonnen. Bei der Verleihung des renommierten französischen Filmpreises am Freitagabend in Paris war der Regisseur nicht anwesend.

Der Film erzählt die Geschichte einer Familie aus der koreanischen Unterschicht, die sich als Hausangestellte in einer reicheren Familie einschleicht. Der Film wurde Anfang Februar mit vier Oscars ausgezeichnet, darunter den für den besten Film, den besten ausländischen Film und die beste Regie. In Cannes gewann die Satire 2019 die Goldene Palme.

Vor dem Beginn der Zeremonie demonstrierten mehrere Hundert Menschen, vor allem Frauen, gegen die Nominierung des Films «Intrige» (im Original J’accuse) von Roman Polanski. Das Historiendrama war in zwölf Kategorien nominiert.

Schon im November war es bei einer Premiere in Paris zu Protesten gekommen. Mehrere Frauen blockierten den Zugang zu einem Kino. Die Fotografin und Schauspielerin Valentine Monnier hatte Polanski in einem Medienbericht beschuldigt, sie 1975 vergewaltigt zu haben. Polanskis Anwalt wies das zurück. Der «französische Oscar» wird seit 1976 verliehen.