Gisin: «Es fühlt sich recht historisch an»

Michelle Gisin egalisiert mit dem 4. Rang im Riesenslalom von Sölden ihr bestes Resultat. In allen anderen Disziplinen steht die Obwaldnerin bereits mit einem Weltcup-Podestplatz da.

Michelle Gisin, wie zufrieden sind Sie mit Ihrem Abschneiden in Sölden?

«Sehr. Es waren zwei wirklich solide Läufe, in welchen ich umsetzen konnte, was ich im Training geübt hatte. Oben und unten in den flacheren Abschnitten fuhr ich stark, dazwischen im Steilhang hatte ich etwas mit Problemen zu kämpfen. Ich spürte vor Sölden, wo ich schon die letzten zwei Jahre gut gefahren bin, dass etwas möglich sein wird.»

Wie fest ärgern Sie sich über die 17 Hundertstel, die Ihnen zum ersten Podestplatz in einem Weltcup-Riesenslalom gefehlt haben?

«Letztes Jahr in Killington (als Gisin ebenfalls Vierte war – Red.) fehlten mir dazu sogar nur zwei Hundertstel. Nun waren es halt deren 17, also bin ich wirklich schon nahe dran. Dieses Podest, das ein riesengrosses Ziel von mir ist, wird sicher noch kommen. Es fühlt sich recht historisch an, denn ich wäre seit Vreni Schneider die erste Schweizerin, die in allen Weltcup-Disziplinen einen Podestplatz vorweisen könnte. Das fände ich richtig cool.»

Sind Ihnen denn solche Statistiken wichtig?

«Ja, schon. Ich finde solche Dinge mega-spannend, doch gleichzeitig will ich mich damit auch nicht unter Druck setzen. Es ist nichts, an das ich beispielsweise vor einem Rennstart denken würde. Ich fahre im Moment gut im Riesenslalom. Schauen wir, was beim nächsten möglich sein wird.»

Wie sehr hilft Ihnen der gute Auftakt in die Saison?

«Das hilft natürlich immer. Es ist eine Bestätigung für mein gutes Gefühl. Mein Motto für diesen Winter ist, dass ich die Gelassenheit bewahren will. Das möchte ich so weiterziehen.»

Werden Sie in vier oder fünf Wochen Ihr nächstes Rennen bestreiten?

«Wenn Sie mit Ihrer Frage darauf abzielen, ob ich das Parallelrennen in Lech bestreite: Nein, das werde ich nicht.»