F/A-18-Absturz: Militärgericht spricht Piloten frei

Der Pilot eines 2015 im französischen Jura abgestürzten F/A-18-Kampfjets ist vom Militärgericht 2 in Aarau freigesprochen worden. Der 43-Jährige war der mehrfachen fahrlässigen Nichtbefolgung von Dienstvorschriften angeklagt.

Der Berufsmilitärpilot wurde auch vom Vorwurf des Missbrauchs und der Verschleuderung von Material freigesprochen. Das Gericht sieht von einer disziplinarischen Bestrafung ab. Der Auditor (Kläger) hatte eine bedingte Geldstrafe von 60 Tagessätzen gefordert. Der Verteidiger verlangte einen Freispruch.

Der Deutschschweizer Pilot war bei einem Luftkampftraining mit zwei Tiger-Jets am 14. Oktober 2015 verunfallt. Dabei kam es in der letzten Phase zu einem Strömungsabriss im linken Triebwerk des F/A-18-Kampfflugzeugs.

Dadurch fiel die Leistung ab. Das Flugzeug drehte sich mit einer Walzbewegung nach links und verlor rasch an Höhe. Der Pilot konnte es nicht mehr stabilisieren – und betätigte den Schleudersitz. Er erlitt Verletzungen.

Der F/A-18-Kampfjet stürzte unkontrolliert in der Nähe der französischen Ortschaft Glamondans ab und wurde total zerstört. Es entstand gemäss Anklageschrift ein Totalschaden im Umfang von rund 55 Millionen Franken.

Pilot: «Fürs Leben entschieden»

Am zwei Tage dauernden Prozess hatte der Pilot von den Problemen während des Kampftrainings berichtet. Er habe bis zuletzt nicht gewusst, welches Problem er gehabt habe. Es sei darum gegangen, zu verhindern, in den Boden zu fliegen. Es habe sich um eine Notlage gehandelt.

«Ich hatte nur einen Versuch, nur ein paar Sekunden Zeit. Ich habe das Menschenmögliche gemacht», sagte er. In allen anderen Unfällen in den letzten 25 Jahren seien die Schweizer Piloten mit dem F/A-18 abgestürzt und ums Leben gekommen. «Ich habe mich für das Leben entschieden», sagte der Pilot.