Guterres verurteilt Militär in Myanmar – Rufe nach UN-Friedensmission

UN-Generalsekretär Antonio Guterres hat die Militärjunta in Myanmar erneut scharf verurteilt und aufgefordert, das harte Durchgreifen gegen Demonstranten umgehend zu beenden.

«Lassen Sie die Gefangenen frei. Beenden Sie die Gewalt. Respektieren Sie die Menschenrechte und den Willen des Volkes, den dieses in der jüngsten Parlamentswahl ausgedrückt hat», twitterte der Portugiese am Dienstag. «Putsche haben in unserer modernen Welt keinen Platz.»

In Myanmar werden derweil Rufe nach konkreter Hilfe der internationalen Gemeinschaft und der Vereinten Nationen lauter. Bürger bringen dabei in sozialen Netzwerken auch zunehmend den Einsatz von UN-Friedenstruppen ins Gespräch.

«Sir, erst gestern hat das Militär mehr als 100 friedliche Demonstranten in Naypyidaw festgenommen», twitterte eine Frau an die Adresse von Guterres. «Ihre Warnungen werden von diesen Mördern offenkundig vernachlässigt und verspottet.» Es sei Zeit, Blauhelmsoldaten zu entsenden, um den Frieden wiederherzustellen. «Bitte retten Sie uns», schrieb die Frau.

In vielen Landesteilen gab es am Dienstag erneut Demonstrationen gegen die Generäle. Am Montag hatten sich Hunderttausende an einem Generalstreik beteiligt. Die Kundgebungen auf den Strassen etwa in der früheren Hauptstadt Rangun und in der Grossstadt Mandalay im Norden gehörten zu den grössten seit dem Umsturz Anfang Februar.

Die Demonstranten fordern die Freilassung der festgesetzten Regierungschefin Aung San Suu Kyi und die Wiedereinsetzung ihrer zivilen Regierung. Die 75-Jährige hatte die Parlamentswahl im November mit klarem Vorsprung gewonnen.