Swiss-Bodenpersonal akzeptiert Krisen-GAV

Die Boden-Angestellten der Fluggesellschaft Swiss haben dem Krisen-Generalarbeitsvertrag zugestimmt. Sie verzichten nach Beendigung der Kurzarbeit zugunsten ihres angeschlagenen Arbeitgebers auf einen Teil des 13. Monatslohns und machen weitere Zugeständnisse.

Laut einer Mitteilung vom Freitagvormittag hat das bei SEV-GATA, VPOD Region Luftverkehr und dem Kaufmännischen Verband organisierte Swiss-Bodenpersonal klar ja gesagt zur Krisenvereinbarung. Zuvor hatte bereits die Zeitung «Tagesanzeiger» darüber berichtet.

Mit dem Akzeptieren des Vertrags hätten die Angestellten die «kleine bittere Pille» geschluckt, heisst es im gemeinsamen Communiqué der drei Organisationen. Dies in der Erwartung, die Zukunft ihrer Arbeitsplätze längerfristig zu sichern.

Ausserdem unter Garantie, dass bis Ende 2026 keine weiteren Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen mehr in Kauf genommen werden müssten. Der Krisen-GAV gilt ab Ende der Kurzarbeit bis spätestens Ende 2023.

Corona-Prämie nach Erholung

Nebst der Kürzung des 13. Monatslohn um ein Drittel fällt gemäss dem Krisen-GAV auch die sogenannte Performance-Prämie weg und der Sozialplan wird angepasst. Die Swiss müsse ihrerseits aber die Sozialpartner quartalsweise über die Wirkung der Sparmassnahmen und unternehmerische Kennzahlen informieren. Zudem erhalte das vom Sparpaket betroffene Personal nach Erholung von der Krise eine «Corona-Prämie» über 2500 Franken.

Nebst dem Bodenpersonal hat auch das Kabinenpersonal der Swiss bereits einem Krisen-GAV zugestimmt. Die Fluggesellschaft will ihre Personalkosten um 15 bis 20 Prozent senken und dies möglichst ohne Stellenabbau, sondern durch natürliche Fluktuation und freiwillige Massnahmen erreichen.

Piloten ohne GAV

Noch keinen neuen Sozialplan haben hingegen die Piloten. Die Swiss hatte den GAV mit ihnen Anfang Februar ordentlich gekündigt, nachdem sich die Parteien nicht auf beidseitig vertretbare Sparmassnahmen einigen konnten.

Die Piloten gaben an, die Swiss sei mit ihren Forderungen bei den Verhandlungen zu weit gegangen. Je nach Szenario habe sie eine Reduktion der Ausgaben von über 45 Prozent für die Piloten angestrebt. Die Swiss wies diesen Vorwurf zurück: Es sei klar, dass es Lösungen brauche, von einer Halbierung des Personalaufwands sei aber nicht die Rede gewesen. Statt über einen Krisen-GAV soll deshalb nun über einen Anschlussvertrag verhandelt werden.